Ukraine und Brasilien

Der brasilianische Dichter Ricardo Domeneck ist einer von über 30 Teilnehmern am Internationalen Poesiefestival Meridian in Czernowitz. Bei Ukraine Today schreibt er darüber, was sich für ihn mit dem Namen Ukraine verbindet:

Einem literaturbeflissenen Brasilianer fällt bei „Ukraine“ sofort Clarice Lispector ein, die große brasilianische Modernistin, die 1920 in der kleinen Stadt Tschetschelnyk geboren wurde und wenig später mit ihrer Familie nach Brasilien auswanderte, wo sie eine unserer beliebtesten Autoren wurde. (…)

Einige Jahre später erfuhr ich, daß eine bedeutende ukrainische Dichterin, Wira Wowk, in Rio de Janeiro lebt. Ich lebe seit 2002 in Berlin, jüngere Dichter wie Juri Andruchowitsch und Serhij Zhadan wurden mein erster Kontakt mit ukrainischer Literatur. 2013 reiste Max Czollek, der wie ich beim Verlagshaus Berlin erscheint, mit dem Dichter und Novellisten Andrij Ljubka durch die Ukraine und las bei Meridian Czernowitz. Ein paar Monate später traf ich Ljubka in Berlin, wir lasen zusammen in Brasilien und besuchten Wira Wowk in Rio de Janeiro. Unser Gespräch pendelte zwischen Portugiesisch (sie und ich), Englisch (wir drei) und Ukrainisch (sie und Ljubka). Sie gab mir ein paar ihrer Bücher, die sie selbst ins Portugiesische übersetzte, und zeigte Fotos von brasilianischen Dichtern wie Carlos Drummond de Andrade und Manuel Bandeira, die sie genau wie Fernando Pessoa, José Régio und andere ins Ukrainische übersetzt hat. (…)

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