Die Nachteile des Erfolgs

(…) „Da hat es innerhalb der Lyrikszene schon ein bisschen Diskussion drüber gegeben“, fasst Seel die Reaktionen auf Wagners Nominierung betont nüchtern zusammen. Kern der Diskussion: Wenn Lyrik ausnahmsweise einmal wahrgenommen werde, wieso dann ausgerechnet ein so konventioneller Autor wie Jan Wagner?

Inwiefern Wagner konventionell schreibt, darüber lässt sich streiten. Tatsache ist, dass die Gedichte in „Regentonnenvariationen“ Titel tragen wie „torf“, „ein pferd“ oder „versuch über seife“, und dass sie sehr kunstvoll mit traditionellen Formen spielen. Einige behaupten allerdings, es fehle dieser Gegenwartslyrik an Gegenwart.

Der Lyriker Björn Kuhligk, der in den nuller Jahren zusammen mit Jan Wagner Anthologien zur Gegenwartslyrik herausgegeben hat, erklärt sich die Debatte um die Nominierung folgendermaßen: „Die Lyrikszene ist klein und da gibt es mitunter ein Verhalten, das an Kaninchenzüchtervereine erinnert. Wenn das eine Kaninchen den Preis gewonnen hat, dann beschweren sich alle anderen.“ Nun hat Wagner noch nichts gewonnen, aber auch seine Nominierung findet Kuhligk schon ein „tolles Zeichen“.

Schließlich gehe es darum, einem größeren Publikum zu zeigen, dass Lyrik hergestellt werde und gleich viel wert sei wie ein Roman. Kuhligk, der im Brotberuf als Buchhändler arbeitet, kann mit dem Konservatismusvorwurf gegen Wagner wenig anfangen. Es sei nur logisch, dass man bei einem so großen Preis wie dem Leipziger Buchpreis einen Lyriker auswähle, dessen Gedichte verständlicher seien als die eines experimentell arbeitenden Autors.

Dass Wagners Nominierung „markttechnisch klug“ sei, findet auch die Lyrikerin Sabine Scho. Gut findet sie die Wahl deshalb allerdings nicht. „Wenn man sagt, man will eine Signalwirkung für das, was Lyrik heutzutage macht, dann hätte man jemand ganz anderen nominieren müssen“, meint Scho. Wagner behandle „sehr restaurative Themen“, erklärt sie ihren Unmut und hält kurz inne – „also sozusagen: drei Esel auf Sizilien“. Ziemlich spöttisch klingt das, persönlich will sie es aber nicht verstanden wissen. Wagner sei eben „auch nur Statthalter für jemanden, auf den man sich ständig einigen kann“.

Was sie wirklich störe, sei, dass man mit der Nominierung Wagners die Lyrik in eine altbekannte Ecke schiebe, sie zuständig mache „für das Ergriffensein angesichts der Natur, für das Erste und Letzte und dann auch immer in einem innehaltenden Ton“.

In diesem Punkt ist sich Daniela Seel mit „ihrer“ Autorin – denn Sabine Scho ist bei kookbooks verlegt – einig. Wer Lyrik als etwas Schöngeistiges verstehe, verkenne, wie sehr Gedichte die Wahrnehmung von Sprache schärfen könnten. Das sei etwas unmittelbar Politisches. „Aber das wird nicht mitvermittelt, wenn Gedichte als eine Wohlfühlkategorie gesehen werden, wo ich etwas Schönes über Seife lese“, findet Seel.

Nichtsdestotrotz, betont sie, sei Jan Wagner ein sehr guter Dichter, der die Anerkennung durchaus verdiene. Nur eben „nicht in so einem überragenden Maße mehr als andere, die sperrigere und experimentellere Formen machen“. Letzten Endes sei es ein „Problem der Repräsentation“; wenn nur ein Lyrikband ausgewählt werde, könne der naturgemäß nicht für alle anderen stehen.

Worauf sowohl Scho als auch Seel hinweisen, ist, dass in den letzten Jahren eine sehr vielfältige Lyrikszene entstanden sei, von der eine breitere Öffentlichkeit aber nach wie vor wenig Notiz nehme. Ein Protagonist dieser neuen Vielfalt ist Max Czollek.

Er ist Gründungsmitglied des Lyrikkollektivs „G13“ und Mitorganisator von „babelsprech“, einem Projekt zur Vernetzung junger deutschsprachiger Lyrik. Kollaborieren und sich ein eigenes Publikum generieren, das ist Czolleks Ansatz. Er gönne Jan Wagner den Erfolg, erklärt er, trotzdem lese er die Nominierung vor allem als eine „symbolische Aktion“.

Max Czollek ist Jahrgang 1987, Wagner, Kuhligk, Scho und Seel sind alle in den Siebzigern geboren. Vielleicht liegt es an seiner Zugehörigkeit zu einer anderen Generation, dass Czollek als Einziger auch Kritik an der Lyrikproduktion selbst anführt.

Wagners Schreiben habe eben eine Bedeutungsebene. Wenn er von einigen als konventioneller Lyriker angesehen werde, habe das auch „viel mit der Misere gegenwärtiger Lyrik zu tun“, die sich dieser inhaltlichen Ebene verweigere. „Das ist ein bisschen wie die Melodie in der Musik, wenn du keine Melodie mehr hast, hast du moderne, super-avancierte Musik, aber kein Mensch kann es hören, der nicht schon weiß, wie man dem zuhören soll“, findet Czollek. Eine bestimmte Form von Publikumsorientierung spiele in der gegenwärtigen Lyrik mitunter betont keine Rolle.

Ist die vermeintlich mangelnde Orientierung am Publikum nun Ursache oder Folge der geringen Wahrnehmung von Lyrik? Scho, Seel und Czollek weisen auf jeden Fall alle darauf hin, dass die großen Verlage sich im Grunde kaum für Lyrik interessierten. Kuhligk setzt noch grundlegender an: Gedichte lesen habe eben mit Aufmerksamkeit zu tun, mit Arbeit. „Das ist eine schöne Anstrengung“, findet er, „aber das wollen viele nicht.“

So unterschiedlich die Erklärungen für die geringe Wahrnehmung des Genres ausfallen, in einem stimmen alle, mit denen man im Frühjahr 2015 über den Stand der Gegenwartslyrik spricht, überein: Die Marktferne sei gleichzeitig auch mit einer enormen künstlerischen Freiheit verbunden. „Die Lyrik ist von allen Formaten, die es in der Literatur gibt, glaube ich, immer am weitesten, weil es damit am wenigsten Geld zu verdienen gibt“, meint Kuhligk.

Dass diese Freiheit mit größerem kommerziellem Erfolg eingeschränkt würde, darüber herrscht ebenso Konsens. Aber, so Seel, selbst wenn sich die Wahrnehmung verzehnfachen würde, wäre sie immer noch extrem gering. Scho wiederum kann, gefragt nach den negativen Folgen, die eine steigende Aufmerksamkeit haben könnte, nur lachen: „So hat es ja auch Nachteile. Ich würde gerne mal neue Nachteile haben. Die Nachteile des Erfolgs würde ich auch ganz gerne mal erleben.“ Jan Wagner kann das vielleicht schon Donnerstagnachmittag. / Luise Checchin, taz 11.3.

9 Comments on “Die Nachteile des Erfolgs

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  2. Lieber Max, wenn Du einräumst: „an keiner Stelle habe ich behaupten wollen, dass weniger Zugänglichkeit einen Nachteil für ein Gedicht bedeutet. Ich habe mich darüber auch nicht lustig machen wollen oder eine Form der Abwertung intendiert.“ wirst Du zugeben, dass Du Dich in der Tat sehr unglücklich ausgedrückt hast. Dort sieht es ja wirklich so aus, als würdest Du die verständliche Lyrik Jan Wagners gerade wegen ihrer Verständlichkeit gerne hervorgehoben sehen. Du erfindest ja auch zur Bekräftigung Dein seltsames Argument mit der Musik. Sonst hättest Du ja z.B. folgenden Vergleich ziehen können. „Es gibt eben Preise, die bekommt eher Madonna als Stockhausen“ Entschuldigung, da von Dir noch keine Klage öffentlich geworden ist, dass Du vom Tazjournalisten und anderen außer mir völlig missverstanden worden bist, glaube ich Dir nicht, das Du zumindest damals, das unverständliche Gedicht nicht abwerten wolltest.

    Was die guten und die bösen Menschen betrifft: Ich hatte Dir unterschoben, dass Du das, was ich Dir erklären wollte, anhand von den Adjektiven „gut“ und „böse“ besser verstehst, als an den Worten „verständlich“ und „unverständlich“ weil ein Zweifel an der Essentialität dieser Eigenschaften Dir schon öfter gut argumentiert begegnen sein sollte. Das ging also gar nicht GEGEN Dich, sondern war rein als exemplifizierende Hilfestellung gemeint.

    Du schreibst: „(woher nimmst du das noch einmal genau, ach ja: “glaubst du dass der wind weht, weil, irgendjemand sagt wind weh jetzt!”)“ Dies ist wieder Deine Manier mir entgegen zu treten, indem Du das Kind mit dem Bade ausschüttest. Daher nahm ich es nicht. Ich kenne dieses Beispiel nicht. Es klingt aber sehr nach einem Seminarbeispiel zur Polemik gegen die Gräuel des Subjektivismus- Poststrukturalismus- Antirealismus- Relativismus oder so. Solche billigen Beispiele verwenden deren kluge Vertreter in der Regel ja nicht selbst, sondern sie werden ihnen in den Mund gelegt. (Hier: mir.)

    Die Daniela Seel Diskussion habe ich mir vorhin erst angesehen.

    Zu Deiner Zusammenfassung: Ich glaube wie Du daran, dass es möglich ist, einzelne Soziolekte/ Regionalsprachen etc. zu beschreiben. Es ist aber schwer genug schon die Sprache eines einzelnen Menschen darin komplett abzuschätzen, weil da neben der bunten Mischung dieser Dinge ja auch noch Einsprengsel anderer Soziolekte, Dialekte von Bekannten aus anderen Gegenden, die Familiensprache, die autopoetischen Leistungen der eigen Clique, die man ebenso nirgends nachschlagen kann, hinzutreten. Und dann vervielfacht es sich noch einmal wenn die verschiedenen Gedichtsozi- und Dialekte, die Lieblingsdichterdiskurse poetologische Reflektionen usw. dazutreten oder nicht dazutreten. Es ist für mich naseweiß, von einzelnen Ergebnissen der Erforschung von Gruppensprachen etc., prinzipiell zu schließen, dass auch die Gedichtsprachen so nicht nur irgendwie in Aspekten beschreibbar sind, sondern als Ganze nach Verständlichkeit einzuordnen sind. Und das erstaunliche ist: Dies bereits anzunehmen, wenn die Arbeit noch nicht einmal prinzipiell angegangen ist! Das ist äußerst platonisch argumentiert. Die Unterscheidung ist im Ideenhimmel da, auch wenn keiner sie kennt.
    Um auf das Gut- Böse Beispiel zurückzukommen: Es ist, als würdest Du behaupten, es gäbe eben gute und böse Menschen in der Wirklichkeit, weil man ja immerhin sagen kann, dass einen Menschen Töten meistens schlecht, in einem Freiheitskampf manchmal vielleicht gerechtfertigt etc. …
    Du meinst: „Bedient also mein Abheben auf Kommunikation/ Zugänglichkeit notwendig Elitendiskurse? Das ist zumindest sehr undifferenziert gedacht.“ Ich meinte es schon differenzierter: Zweierlei: Es war ja nicht inhaltsleer. Du hattest ja Jan Wagner genannt als positives Beispiel. Ich glaube schon, dass das eine Ausrichtung auf bestimmte Elitendiskurse hat. Nämlich ein Lesungspublikum bestimmter Art. Das schließt Wertschätzung für Jan Wagner nicht aus, auch wenn andere Dichter mir näher sind.
    Zweitens bitte ich Dich, Dir folgendes zu vergegenwärtigen: Von zwei gleichverbreiteten Kommunikaten wird in der Regel das sich besser und länger tradieren, dass besser zu den vorherrschenden Verständigungserwartungen passt. (Das Prinzip ist seit „Johann Albrecht Bengel“ bekannt.Tradieren in diesem Fall nat. synchron wie diachron verstanden.) Eliten herrschen ja meist durch Sprache und nur im Notfall durch Polizei. Es war also ungefähr so undifferenziert gedacht wie Michel Foucaults Beobachtung, dass dem Herrschenden Diskurs unliebsame Meinungen meist nicht als falsch erwiesen werden, sondern als unverständlich, verrückt oder böse an die Ränder des Diskurses gedrückt werden. Deswegen ist mir deine öffentliche Schwerfälligkeit im Verstehen meiner Rede bereits verdächtig.

    Über Zugänglichkeit lässt sich noch einmal anders reden als über Verständlichkeit. Hier sehe ich einen Punkt an Gemeinsamkeit zwischen uns. (Verständigung hätte ich beinahe geschrieben 🙂 ). Denn man muss nicht immer verstehen, was man liebt, siehe oben. Man muss noch nicht einmal verstehen wollen, was man liebt. Man kann auch etwas durch das Kunstwerk verstehen ohne das Kunstwerk zu verstehen. Zum Beispiel seine Freundin durch Besuch von Bartoks „Herzog Blaubart“ 🙂

    Entschuldige bitte, ich freue mich, dass Du nun bereitwillig Beispiele gibst. Müsste mich aber einarbeiten in Dein Werk. Ich werde das nachholen, möchte aber jetzt lieber erstmal weiteren Menschen die Chance geben, den Werken Boeges, Genschels, Meyers, Białoszewskis und Werners zu begegnen.
    Zu Deiner letzten Frage rhetorisch oder nicht: „Ist denn ein adressierter Minderheitsdiskurs notwendig mit den zufällig mächtigen Eliten verbunden?“ Notwendig nicht, aber es läuft oft hinter dem Rücken ihrer Hersteller doch darauf hinaus. Das wäre für hier das Wichtige. Wie viel Dichtung z.B. ist auf der Seite eines ausgelieferten Subjektes. Das ist gut, aber verdrängt manchmal einen Diskurs der auch danach fragt, warum die Subjekte denn im einzelnen so verhärmt sein könnten.
    Ich glaube aber: nein, ein zwingender Zusammenhang besteht zum Glück nicht.Ich glaube, es ist sehr schwierig, einerseits sich zu entziehen, und dazu auch noch dem Verdacht zu entgehen, sich nicht entzogen zu haben. Wenn man z.B. die Rede der Underdogs einer Elite gegen deren Alphasprecher stärkt und jemand einem mit dem Schreibenden Arbeiter kommt. Wo doch auch ein Schreibender Arbeiter mitunter die Sprachkraft und Differenzierungsleistung eines schwierigen Celan/ Mandelstammdiskurses brauchen und bewältigen kann. (Wie ich am schwerst greifbaren Werk von Tich gelernt habe, der sich nur durch diese Sprache Leben und Würde erhielt.) Andere finden aber immer, die Arbeiter wären mit etwas anderem als dem sprachlichen Schwarzbrot ohnehin überfordert.

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  3. Lieber Bertram,

    an keiner Stelle habe ich behaupten wollen, dass weniger Zugänglichkeit einen Nachteil für ein Gedicht bedeutet. Ich habe mich darüber auch nicht lustig machen wollen oder eine Form der Abwertung intendiert. Der Scheißekübel ist weit weg, ebenso die Unterscheidung zwischen guten und bösen Menschen (woher nimmst du das noch einmal genau, ach ja: „glaubst du das der wind weht, weil, irgendjemand sagt wind weh jetzt!“).

    Schöne Volte allerdings mit der Verkehrung meines Elitismusvorwurfs: „Ich halte eher Deine Position für, na nicht für elitär an sich, aber für mit den eben zufällig mächtigen Eliten verbunden. Ein Argument der durchgesetzen Mehrheitsdiskurse gegen undurchgesetzte Minderheiten.“ Darüber gab es nun eine lange Diskussion auf der Pinnwand von Daniela Seel. Damit auch nicht-Facebook-benutzer das verfolgen können, fasse ich noch einmal meine wesentliche Frage dazu zusammen.

    Ich halte fest daran, dass Verständlichkeit keineswegs nur mit dem je eigenen, hier meinem Verständnis zu tun hat. Zunächst gibt es doch offensichtlich Kommunikationsformen, die deutlich eine Zugehörigkeit markieren, z.B. einen Soziolekt oder einen Habitus, den man mit seinem gesellschaftlichen Hintergrund übernimmt. Ganz soziologisch gesprochen handelt es sich bei der Frage nach Verständlichkeit demnach um ein Spannungsgefüge zwischen Habitus und individueller Dekodierung. Zumeist klappt die Kommunikation. Zwischen Verfehlen der Kommunikation und (objektiven, d.h. habituellen) gruppenbezogenen Kommunikationsformen liegt doch zumindest ein Spannungsfeld. Kein Paradigmenwechsel also für mich.

    Bedient also mein Abheben auf Kommunikation/ Zugänglichkeit notwendig Elitendiskurse? Das ist zumindest sehr undifferenziert gedacht. Denn ich kann mit Gruppen kommunizieren und Zugänge schaffen, die nicht zur Elite gehören. Siehe als nur ein Beispiel das postmigrantische Theater am Gorki. Siehe auch meine Texte. Dabei geht es nicht nur um Hierarchisierung oder den Mainstream, sondern manchmal um Empowerment, manchmal um interne Reflektionsprozesse, manchmal um Selbstdefinition. Und es stimmt, dass das nicht allen zugänglich ist. Aber Zugänglichkeit und deren Reflektion ist ein zentrales Kriterium dafür, welches sich nicht in der Verbindung mit irgendwelchen Eliten erschöpft.

    Ist denn ein adressierter Minderheitsdiskurs notwendig mit den zufällig mächtigen Eliten verbunden?

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  4. Haha, also wenn wir uns kennen, dann kennen wir uns offenbar schlecht, ich käme nicht auf die Idee, auf mein Alter irgendwie stolz zu sein. Ich wüsste auch nicht, was ich gegen Dich haben sollte. Du bist ja ein freundlicher junger Mann, der mir auch, soweit ich das weiß, niemals persönlich schaden wollte. Du hast einfach überlesen dass ich von jungen Leuten jeden Alters sprach. Ich behauptete lediglich, dass jemand, der viel gelesen hat, meine Haltung vielleicht besser versteht. Das ist aber nur sehr teilweise eine Altersfrage und vor allem eine des persönlichen Zeitmanagements.
    Aber ich halte Dich eigentlich hier auch für klug genug, dass Dein Misstrauen hier eher rethorischer Natur war. Dass Du irgendwie das Kind mit dem Bade aiussschütten wolltest um eine breitere Fläche für Deinen Gegenangriff zu haben. Vielleicht machte Dich die Schärfe meines Angriffes aber auch geneigt, Dich tatsächlich persönlich angegriffen zu fühlen?
    Ich wollte nochmals gesagt zweierlei: Ich wollte sagen, dass die Melodie nicht Verständniskriterium von Musik ist, es sei denn aus soziologischer Zufälligkeit und nach längerem Überlegen fällt mir sogar auf: Nicht einmal dann. Und zweitens wollte ich sagen: Der Inhalt zu Text verhält sich nicht wie die Melodie zur Musik. Auf diese zweite Behauptung bin ich nicht näher eingegangen, weil das Argument dafür äußerst langwierig ist (Wenn Dich meine Haltung dazu interessiert, fändest Du sie im Aufsatz Nagelproben im Band Metonymien, Hg. Norbert Lange, Frank Verlag ausgebreitet.)
    Und dann finde ich noch die Schiefheit dieses Bildes so offensichtlich, dass ich ahnte, dass Du mir Einzelheiten zugestehen wirst („rennst offene Türen ein“) aber nicht sehen wirst, dass aus meiner Sicht mit diesen Einzelheiten etwas anderes fällt.
    Ich gehe hier sicherheitshalber nochmals auf die Einzelheiten ein, bevor ich dann zu den Dingen mit der Haltung komme. Die Melodie ist nicht DAS unhinterfragbare Verständlichkeitskriterium der Musik. Vogelgesang hat wie man möchte lausige oder hochkomplexe Melodien. Würdest Du glauben, dass Kinder Vogelgesang schlechter verstehen als viele Musik? Wenn nein: Verstehen sie Messians Meditationen, die den Strukturen des Vogelgesangs nachspüren dann gut? Normalerweise würde man diese Musik des zwanzigsten Jahrhunderts jedenfalls nicht für ein unproblematisches Paradigma kindgerecht gut verständlicher Musik halten. Ich habe biografisch den Pierot Lunaire von Schönberg früher verstanden, als mir das Best-off Beatles 67-70 noch unerträglich unverständlich war, kurze Zeit später hatte ich mit Ummagamma von Pink Floyd die gleiche schroffe Unzugänglichkeitserfahrung. (Die ich niemandem mitteilen musste, weil mir die Platte eigens aus dem Westen eingeschmuggelt worden war:) Was davon lag an Melodien? Aber solchen Relativismus der Zugänglichkeit gestandest Du mir ja zu. Wesentlich ist vielleicht hier nur noch zu zeigen, dass ich ihn in für Deine Thesen heillosem Maße größer halte, als Du ihn in prinzipieller Einsicht (als Philosoph und nicht als Praktiker sozusagen) veranschlagt haben magst.
    Wenn es um eine Änderung der Haltung geht, hast Du nun die Teile (Vielleicht braucht man noch mehr davon, ich hatte diese Teile ja auch schon und hielt meine frühen Texte für fraglos verständlich, was ich nun nicht mehr tue ohne zu bezweifeln, dass DU sie verstehen würdest.)
    Ich denke gerade nicht, dass Leute, die nicht alles Verstehen Dummköpfe sind, sondern ich wollte eher sagen, dass wir alle notwendig nicht alles verstehen. Dass wir deswegen aber nicht dem böse sein dürfen, das abwerten sollten, was zufällig gerade WIR nicht verstehen.
    Ich halte eher Deine Position für, na nicht für elitär an sich, aber für mit den eben zufällig mächtigen Eliten verbunden. Ein Argument der durchgesetzen Mehrheitsdiskurse gegen undurchgesetzte Minderheiten. Und muss das erklären: Du gestehst mir die Gewordenheit von Kommunikationsmustern ja zu. Du nennst sie objektiv. Ich würde sie gerade darum eben dem subjektiven nahebringen, insofern am Kunstwerk nichts daran entspricht, sondern es nur etwas mit meinem Deinem unserem Umgang damit zu tun hat. Das Hölderlingedicht „Hälfte des Lebens“ bleibt ja das gleiche egal, ob wir in einer Zeit leben, die gereimte Gedichte unmöglich findet oder in einer Zeit, die ungereimte Gedichte gerade ganz unmöglich findet. Wenn Du Deine These halten willst, dann müsstest Du unseren öffentlichen Umgang mit Poesie mit für unhintergehbar halten, damit zu Aussagen über Kunstwerke kommst.
    Ich verscuhe es mal mit einer Analogie: Glaubst Du, dass es objektiv gute und böse Menschen gibt und dass sie sich dadurch im Wert unterscheiden? Das Christentum hat einen Riss in diese Vorstellung gebracht, und behauptet, so etwas könne nur ein allwissender Gott wissen, wir müssen so leben, dass wir es eben nicht wissen. Der Herrschaftsdiskurs der Kirche fand diesen Gedanken so unerträglich, dass er flugs (teils für unfehlbar erklährte) Stellvertreterfunktionen für den lieben Gott erfunden hat. So sehr, dass wir die Frage nach gut und böse der moralischen Bewertung für eine Art Kern des Glaubens halten. (Er ist wohl mehr ein Kern des Glaubens an die je eigene Sekte.) Wir Sekularen sind aber allgemein der Meinung, dass wir dem Satz: Die Würde des Menschen ist unantastbar zustimmen sollten und basal erst einmal anerkennen, dass jedem Mensch, egal wie lästig er uns im Einzelnen ist, die gleiche Existenzberechtigung zuzugestehen ist.
    In diesem Sinne solltest Du das soziologische Argument, dass Verständlichkeit konventionell ist, und dass man sich deswegen historisch empirisch Irren kann bei Deinem Urteil über Verständlichkeit eine Stufe höher hängen. So wie gut ein relationales (subjektives) Prädikat ist „Ich finde xy ok, so cool sollte man leben“ und z finde ich ganz unmöglich, so solltest Du auch die Verständlichkeit behandeln.Aber Du wehrst Dich da ganz offenbar, wenn Du wieder Jan Wagner ins Feld führst. (Der sei ja nun doch verständlich.) Du argumentierst noch: OK ich kann mich zwar in jedem Einzelfall irren, aber ES GIBT objektiv verständlichere und unverständlichere Lyrik, ich muss es nur besser herausfinden, etwa wie der Protestantismus in gut und böse scheidet, obwohl er den unfehlbaren Stuhl Peti abgeschafft hat. Ich hingegen will von Dir: Die Verständlichkeit hat gänzlich und nur mit dem je eigenen, hier Deinem Verständnis zu tun.
    Und das ist ist eben wirklich eine Frage des Paradigmenwechsels. Hast Du Dich mal über Thomas Kuhn belesen? Ich glaube so wie bei der Ablösung von Großtheorien kann man hier nur von der einen auf die andere Seite springen. Denn Du hast deine Beispiele, wo Deine Theorieparadigma doch fraglos … und ich könnte Dir immer neue Beispiele anführen, die besser auf meine Theorie passen und Du wirst sie ad hoc in Deine Theorie einigermaßen integrieren. Sie wird dann immer komplexer. Schade, dass Du keine Beispiele für unverständlicher Lyrik bringst. Es wäre für mich leichter zu argumentieren. (Vielleicht hast Du es deswegen bewusst unterlassen?) Wenn ich jetzt Gegenbeispiele suche, kann ich nur solche nehmen, die normalerweise von Leuten, die ähnlich für Mäßigung argumentieren wie Du gerne verwenden: Michael Braun zieht zum Beispiel mehrfach gegen den unverständlichen Pert Papenfuß zu Felde. Nun tingelte Papenfuß seinerzeit mit seiner Lyrik durch die Jugendklubs. Er gab also nicht nur Leuten aus einem abgekoppelten intellektuell elitären Lyrikdiskurs etwas, sondern wirkte unmittelbar in Szenen wo vielleicht nicht jeder jeden Tag einen gedichtband in die Hand nimmt. Ist es nicht irgendwie attraktiver Verständlich zu sein wie Bert Papenfuß und nicht verständlich zu sein wie Jan Wagner? (Und sei es um nicht verständlich zu werden wie irgendein Slampoet?)
    Natürlich kannst Du Deine Theorie immer retten, wie man immer sagen kann, ok ich habe mich eben geirrt, dass ich xy für einen guten/bösen Menschen gehalten habe, dennoch GIBT es immer gute und böse Menschen (Aber bedenke bitte auch mit, was das Papenfußbeispiel mit Deiner unglücklichen Analogie von Melodie und Inhalt macht.)
    Es ist natürlich auch Quatsch, dass man etwas gut verstehen muss, damit man etwas damit anfangen kann oder gar bevor man es lieben kann. (Das sagen alte Paaare, die Liebe auf den ersten Blick sagt etwas anderes.) Und schon von daher ist es fraglich, ob es nicht eine Geschmacksfrage ist, wie viel Herausforderung man normativ fordert. Und hat auch selbstverständlich nichts mit Elitär oder nicht zu tun. Egal ob Du Punk magst oder wie meine Eltern nicht magst, ist die Punk Bewegung jedenfalls nicht besonders elitär.
    Nur Eliten denken ständig, dass sie alles verstehen müssten, vielleicht, weil sie sich so lange gebildet haben. Und da waren dann immer Lehrer, die das Verstehen kontrolliert und zensiert haben. Da kann man aber auch einfach gelassener sein. Wirklich nur Gebildete nerven mit langen Suadas gegen Dinge die sie nicht verstehen, andere Mesnchen sagen „gibt mir eben nix“ und gehen zu einer anderen Sache. Wie viel Frustration muss die beschäftigung mit verschiedener Kunst erzeugt haben, dass man da immer gleich die Scheißekübel bereithält. Das ist für mich ein Symptom von Verletztheit. (Wenn es nicht eine rethorische Finte wäre, wäre es ganz schön symptomatisch für Dein durch Konntrollinstanzen verletztes Lesen, dass Du sofort alle zu Dummköpfen von mir gemacht siehst, die „unverständliche“ Texte nicht verstehen.) Heiles Lesen geht anders.
    Natürlich kann man sich selbstverständlich bemühen, dem Publikum der Literaturhäuser verständlich zu sein mit einem Text. Warum nicht? Mit einigen meiner Dresdentexte habe ich das auch versucht. Aber das sagt an sich noch nichts über den Wert dieser Texte. Wer Herausforderung liebt, wird sie schwächer finden, wer Geläufigkeit braucht, wird sie eher mögen. Und mehr ist da nicht. Wenn er der angezielte Leser ist, wenn nicht, ist es eben schon wieder anders. Schon für Bildungsbürger, die eher in den Gottesdienst gehen als ins Literaturhaus muss man anders schreiben als etwa Jan Wagner, will man verständlicher sein.

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  5. Lieber Betram (ich wechsel mal zum du, wir kennen uns ja), das ist doch mal nen Aufschlag. Zu Beginn möchte ich kurz darauf hinweisen, dass dein Argument auf einer Ebene bedeuten könnte: junge Menschen (ich) können einfach (noch) nicht verstehe („sind wohl noch nicht so weit“), was so richtig gute Lyrik ist. Auf diese Ebene persönlicher Anfeindung und Spekulationen möchte ich nicht gern eingehen. Kann ja sein, du hast recht und auf der inhaltlichen Ebene ist die Diskussion eh viel spannender.

    Deine eigenen Erfahrungen sind nämlich ebenso illustrativ für die Zugangsschwelle, wie mein Musikvergleich (das natürlich nur umschreibt, was in der Lyrik ganz anders ist, jaja, klar, eine Metapher eben). Aufgrund deiner eigenen Erfahrungen nehme ich daher an, du stimmst mir zu, dass es Lyrik gibt, die auf Anhieb nicht besonders zugänglich ist und Lyrik, bei der der Einstieg leichter fällt. Das ist nicht nur eine subjektive Kategorie, die Gewordenheit unserer Rezeptionsraster macht eben bestimmte Dinge zungänglicher als andere.

    Unterschiedlicher Meinung sind wir, was die Einschätzung dieser Zugänglichkeit angeht. Für dich sind Leute, die sich der Lyrik nähern und unter Umständen nicht alles oder auf ihre eigene Art verstehen („mehr oder minder zufällig erworbenen Kompetenzen von Textstrategien“), irgendwie Dummköpfe. Diese Leute (ich) haben einfach noch nicht verstanden, was richtig gute Lyrik ausmacht. Nagut. Man könnte so eine Haltung professionell finden. Man könnte sie aber auch einfach elitär nennen.

    Zugänglichkeit zu schaffen ist meiner Meinung nach ein Teil meines Handwerks als Autor. Und das nicht nur im Text sondern auch in der Welt. Melodien werden nicht von jedem/r Komponist*in verwendet, aber sie machen den Zugang zum Werk leichter (in Europa, heute). Das schließt andere Zugänge nicht aus. Und ich unterstelle hier wirklich niemandem Scharlatanerie. Im Gegenteil nehme ich an, dass eine bestimmte Verstellung sehr bewusst, kontrolliert, methodisch und theoretisch hervorragend reflektiert durchgeführt wird. Nicht jede*r will wie Jan Wagner schreiben. Gut so.

    Der Text kann also auf sein Publikum zugehen. Dieser Aspekt sollte nicht gegen eine andere Form von Lyrik ausgespielt werden (das wäre eben jene „Misere“, von der ich gesprochen habe, jene Kritik also, die die „Konsensfähigkeit“ von Jan Wagner als Qualitätskriterium anführt). Was die historische Bedingtheit des Bildes von der Melodie angeht, rennst du wirklich offene Türen ein. Zugänglichkeit knüpft immer an eine Wahrnehmung an, die wir gelernt haben. Das liegt ja in der Sache selbst.

    Ich denke, ein gelungener Text reflektiert in seinem Zugehen eben jene Gewordenheit und Spezifizität von Geschmack, Rezeption und Wahrnehmung (Kadenzschema), derer er sich bedient. Er reflektiert auch jene bestimmte Position sozio-kulturelle Position, in der ich mich als Autor*in befinde. Hier wäre die Frage nach der Konsensfähigkeit von Jan Wagners Texten durchaus gut aufgehoben. Kessler-Debatte reloaded also.

    Mit besten Grüßen,
    Max

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  6. Sehr unklug, was Czollek zur Verweigerung der inhaltlichen Ebene sagt. Das ist erst einmal eine verwaschene Behauptung. Ein Verdacht. Der resultiert wohl vor allem daraus, dass einem das Eigene, weil täglich Geläufige, immer transparenter ist, als das Fremde. Ich weiß auch noch, wie erschreckt ich als junger Dichter war, als mich ein Literaturwissenschaftler auf meine Forderung nach verständlicher Lyrik einmal fragte: „Meinst Du denn, dass Deine Texte jedem verständlich sind?“ Ich hatte das sozusagen für keine Frage gehalten. Diesen allgemeinen Scharlatanerieverdacht trägt jede Generation ungeübter Leser jeden Alters wieder neu in den Betrieb, das macht ihn so lästig und hartnäckig. Die Leute sind wohl nicht so weit, ihren erworbenen Kompetenzen als mindestens partiell auch schlechte Schule zu misstrauen. An der Analogie zur Musik wird das überdeutlich: „Das ist ein bisschen wie die Melodie in der Musik, wenn du keine Melodie mehr hast, hast du moderne, super-avancierte Musik, aber kein Mensch kann es hören, der nicht schon weiß, wie man dem zuhören soll“ Wie stimmig eine solche Analogie von weitem auch aussehen mag, sie ist zimlich unsinnig: Wären nicht Element of Crime oder Bob Dylan, was weiß ich, dann ebenfalls ziemlich inhaltsleere Musik, weil sie statt Melodien oft nur Töne über harmonischen Gerüsten enthalten? Lassen sie Czolleks Unverständlichkeitsthese nicht ziemlich unplausibel aussehen? Er muss also so etwas wie Kadenzschema und dergleichen mit meinen, wenn er unverstänlich Unmelodiöses von melodiös Verständlichem abgrenzt. Wie er hier ein Musikverständnis, wie man es eben zufällig hier im Westen durch stete Wiederholung eingehämmert bekommt ursurpatorisch für Musikverständnis überhaupt nimmt, so überträgt er offenbar seine mehr oder minder zufällig erworbenen Kompetenzen von Textstrategien auf den Raum dessen, was er literarisch für wünschenswert hält. Als wären den Lesern vor hundert Jahren Benn, Trakl oder Rilke nicht seltsam schwammige und inhaltsarm vorgekommen.
    So lange man zufällig das Glück hat, ungefähr das zu kennen, was auch die anderen kennen (in der gemeinsamen Kultur aufzugehen) kann man mit solcher Haltung Urteile fällen, die notorisch plausibel sind. Sie werden aber mit nur kurzem historischen Abstand das, was in alten entlegeneren Texten dann oft so amüsant ist. Auf die trifft ein solcher Geist nat. seltener, weil wir nur die als Klassiker bewahren, deren Urteile wir noch plausibel und verständlich finden. Um hier ein hübsches musikalisches Beispiel zu geben, weil es gerade zur Hand ist: Vivant Denon beschreibt anlässlich eines offiziellen Festes in Kairo die arabische Musik: „Aber mochte es nun aus Mangel an Bewegung in der Luft, oder aus der Torheit, die Musik verschönern zu wollen, entstehen, der zweite Takt war immer ein Misston, der für wohl organisisierte Ohren eben so unangenem als bezaubernd für die Araber war. Soweit ich bemerkte wiederholte der Chorführer immer den nämlichen Gesang…und wenn es schien, als ob seine Nerven den gewaltsamen Ausdruck, den er hineinlegen wollte, nicht mehr ertragen können, so kam der Chor, aber immer mit dem nämlichen Misston zur Hilfe. Die Violinen, die ein wenig erträglicher waren, spielten die letzten Sätze noch einmal, wo aber die Melodie in überflüssigen Zierraten ersäuft wurde.Ein begeisterter Sänger, der aber sehr durch die Nase sang, vermehrte noch die ekelhafte Weichlichkeit der halben Töne der Violine. Er vermied immer den wahren Ton, drehte sich um den nächsten und endigte immer in einem sehr gefühlvollen, wie in den Spanischen Seguidellen. … Nach einem solchen Verse nahm die Violine das Thema auf, jedoch mit neuen Veränderungen, die der Sänger aufs neue durch scharfe Bewegung entstellte, bis er das Thema gänzlich verloren hatte, und nichts als Phantasie ohne Ausdruck, ohne Grundton und ohne Takt hervorbrachte.“ Man sieht hier, dass auch hohe Bildung (hier etwa ahnbar durch Denons Bezug zur spanischen Musik, die in den gebildeten Kreisen Frankreichs ohne Radio und Plattenspieler im 18. Jh. recht schwer greifbar gewesen sein dürfte)nicht vor Vorurteilen bewahrt, sondern das diese Fehlurteile wirklich eine Frage der Haltung sind.

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  7. Mir gefällt nicht, was Sabine Scho gerade bei facebook und generell seit Jahren gegen Jan Wagner loslässt.
    Auch wenn sie es manchmal relativiert, sie verwendet das, was über Jan Wagner geschrieben wird, auch doch immer wieder gegen ihn.
    Sie mag seine Gedichte nicht, na und? Soll sie ihre schreiben.

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    • Ich bin nicht bei Facebook und kann da nix zu sagen. Aber schon immer sind sich Schriftsteller wechselseitig auf die Zehen getreten, und ich glaube, es ist ganz üblich, sich gegen andere – selbstverständlich absolut legitime – Schreibweisen abzugrenzen, durchaus auch in angriffslustigem Ton. Ich würde dazu raten, es nicht (zu) persönlich zu nehmen, es scheint mir doch immer mehr das Motiv der Selbstvergewisserung und -verortung dahinter zu stecken als jenes, den anderen niederwalzen zu wollen. Jan Wagner hat den Preis zweifellos verdient, und so, wie ich ihn einschätze, hat er ihn entgegengenommen im Bewusstsein, dass mit ihm zugleich die Sache der Lyrik (in all ihrer Vielfalt) ausgezeichnet wurde.
      Mit meinem Lob des Scho’schen Witzes bezog ich mich übrigens genau auf den von mir zitierten Satz, der mir in seinem lachenden Sarkasmus wirklich gut gefällt.

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