95. D/O Poeticon

Pilotveranstaltung in der neuen offenen Diskussionsreihe zur Lyriktheorie & Poetologie.
Mit Bertram Reinecke, Tobias Roth und Lea Schneider.
Moderation: Asmus Trautsch
Mittwoch, 28.1.
Geöffnet ab 20:00 Uhr, Beginn 20:30 Uhr | Eintritt 5 EUR

Mit der Edition Poeticon hat das Verlagshaus J. Frank 2013 eine Buchreihe mit Essays zur Lyriktheorie und Poetologie eröffnet, in denen Dichterinnen und Dichter jeweils ein titelgebendes Thema verhandeln: Ein Forum zum Nach-, Um- und Weiterdenken von Fragen und Problemstellungen insbesondere der zeitgenössischen Lyrik.
Zusammen mit Asmus Trautsch, dem Herausgeber der Edition Poeticon, begleitet Lyrik im ausland diese Auseinandersetzung in loser Folge mit der Reihe D/O Poeticon. Jenseits von Buchvorstellung oder bloßer Lesung sind jeweils zwei Bände der Edition Ausgangs- und Reibungspunkt der gemeinsamen Diskussion zwischen den Autoren, ihren Gesprächspartnern und dem Publikum.
Alle, die an diesem offenen Format gerne teilnehmen, die mitargumentieren, -streiten oder einfach nur zuhören möchten, sind herzlich willkommen!

Zur heutigen Premiere stellen die Poeticon-Autoren Bertram Reinecke und Tobias Roth über Kreuz kurz den Essay des jeweils anderen vor und eröffnen mit Lea Schneider, die wir als ihre Gesprächspartnerin eingeladen haben, die Diskussion zu den Themen ihrer Essays.
In seinem Band „Gruppendynamik“ stellt Reinecke der romantischen Vorstellung, es komme für Dichter vor allem darauf an, die eigene Stimme zu finden, das Lernen literarischer Techniken in Schreibschulen gegenüber. Er beschreibt die Probleme und Ironien wie auch die Möglichkeiten und Gewinne eines Lehrens und Lernens lyrischen Schreibens in gruppendynamischen Prozessen.
Roth zeichnet in seinem an Traditionsbezügen reichen Band „Tradition“ die Geschichte der Nachahmung, der Transformation und der Leugnung von Traditionen in der Literaturgeschichte nach und zeigt, wie auch die modernen Formen, Traditionen zu brechen und zu ignorieren, selbst in Traditionen stehen. Produktive und unproduktive Auseinandersetzungen mit Traditionen sind offenbar so alt wie die Dichtung selbst.

Genauso, wie sich die ästhetisch-historische Traditionsbildung in der Literatur als ein gruppendynamischer Prozess in Abwesenheit begreifen lässt, entwickeln sich in jeder Schreib- und Lektüregruppe unweigerlich Elemente einer eigenen Traditionsbildung im Kleinen: Wir sind gespannt, wohin Tobias Roth, Bertram Reinecke und Lea Schneider, die mit dem Schreiben und Rezipieren von Texten in Gruppen aus dem Lyrikkollektiv G13 bestens vertraut ist, diese Konstellation in der Diskussion führen wird…

Bertram Reinecke, *1974, lebt in Leipzig. Er ist Absolvent des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig (DLL) und derzeit dort Gastprofessor. Vorlagen für Werke der zeitgenössischen Musik (u. a. für Xadica Zeynalova, Johannes X. Schachtner, Mathias M. Møller) sowie literatur- und sprachkritische Arbeiten für verschiedene Zeitschriften (Akzente, Bella Triste und Anthologien wie Gegenstrophe, Umkreisungen), Netzforen und den hessischen Rundfunk. Stilkritiker der journalistischen Fachzeitschrift Message. Betreibt den Verlag Reinecke & Voß. Zuletzt erschienen: „Gleitsichtwochen“ und „Gruppendynamik“ (Verlagshaus J. Frank, 2013).

Tobias Roth, *1985 in München, studierte in Freiburg und Berlin. Er lebt als freier Autor, Übersetzer, Kritiker und Literaturwissenschaftler in Berlin. Seine Essays und Rezensionen erscheinen u. a. in der Süddeutschen Zeitung sowie in diversen Onlinefeuilletons. Seit 2011 ist er Herausgeber der Berliner Renaissancemitteilungen, seit 2012 im Vorstand der Internationalen Wilhelm-Müller-Gesellschaft. 2007, 2009 und 2011 war Roth Preisträger im internationalen Essay-Wettbewerb der Goethe-Gesellschaft in Weimar, 2010 Stipendiat des Mannheimer Mozartsommers und der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin, 2010 und 2012 war er Nachwuchsautor der Literaturstiftung Bayern. 2011 gewann er den Preis des Buchhandels beim poet|bewegt in Chemnitz und 2013 den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis. Zuletzt erschienen: „Aus Waben“ und „Tradition“ (beide Verlagshaus J. Frank, 2013).

Lea Schneider, *1989 in Köln, ist Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13. Sie übersetzt zeit- genössische Lyrik aus dem Chinesischen und veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien, u.a. in Jahrbuch der Lyrik, Bella Triste, Poetry East West und im Magazin der Bundeskulturstiftung.
Sie hat Soziologie, Komparatistik, Sinologie und Linguistik in Berlin, Shanghai, Taipei und Frankfurt/Oder studiert, ist bei Literaturfestivals in Deutschland und China aufgetreten und war Finalistin beim poet|bewegt-Wettbewerb 2011 und beim 21. open mike. 2014 gewann Lea Schneider den Dresdner Lyrikpreis. Zuletzt erschienen: „Invasion Rückwärts“ (Verlagshaus J. Frank, 2014).

Asmus Trautsch, *1976 in Kiel, studierte Komposition, Philosophie, Mediävistik und neuere deutsche Literatur in Berlin und London. Promotion in Philosophie zur Theorie tragischer Erfahrung. Von 2003 bis 2010 arbeitete er als Co-Verleger und Lektor im LUNARDI Verlag für zeitgenössische Literatur; Stipendien führten ihn u. a. an die Columbia University New York, die Akademie Schloss Solitude und ins Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Er veröffentlicht Lyrik, Kurzprosa und Essays in Zeitschriften und Anthologien und gibt die Edition Poeticon heraus. Zuletzt erschienen: „Kalendergeschichten 2013“ (Hrsg.), „EXPedition Stuttgart“ (2013), „Treibbojen“ (Verlagshaus J. Frank, 2010).

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