21. Adrenalin

Ernest Wichner im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau:

Ich hatte schon als Jugendlicher eine literarische Existenz angestrebt. Ich wollte Gedichte, Prosa, Literaturkritiken schreiben. Mit denen hörte ich dann ganz auf, als ich 2003 Leiter des Literaturhauses wurde. Ich wollte nicht, dass die ja doch sehr übersichtliche Szene dann auf Grund meiner Kritiken glaubt, mich ausrechnen zu können. So habe ich dann, weil ich ohne Schreiben nicht leben kann, mich dem Übersetzen zugewandt. Das lässt sich sehr gut mit der Arbeit im Literaturhaus – mit der Verwaltungs-, Planungs- und Organisationsarbeit – verbinden. Vor mir liegt der Text eines Autors. Ich muss mir nichts ausdenken. Ich muss mein deutsches Sprachvermögen aktivieren und kann Literatur schreiben. Wenn man beim Übersetzen knifflige Fragen klären muss, ist man intellektuell hellwach, manchmal sogar „inspiriert“, und das führt zu den gleichen Adrenalinausschüttungen, wie wenn man selber ein Gedicht schreibt

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