66. Lyrikpreis Meran 2014

Am 17. Mai 2014 hat die Jury des Lyrikpreises Meran (Ilma Rakusa, Autorin, Zürich; Hans Jürgen Balmes, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main; Hans Höller, Universität Salzburg; Jan Wagner, Autor, Hamburg) drei Preisträger bekannt gegeben. Den Lyrikpreis Meran der Südtiroler Landesregierung (8.000 Euro) erhält Thomas Kunst. Der Alfred-Gruber-Preis (Stiftung Südtiroler Sparkasse, 3.500 Euro) geht an Tom Schulz. Mit dem Medienpreis der RAI Südtirol (2.500 Euro) wird Jan Volker Röhnert ausgezeichnet. Die Jurorin Maria Gazzetti (Lyrik Kabinett München) musste die Teilnahme an der Endrunde des Preises aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen.

Die Statements der Jury:

Als Meister der Neugier weckenden Eingangszeile einer mäandernden Poesie, in der Zuckerfabriken und Schachtelhalme starke Momente haben und Schafe im Dunkeln leuchten: für Gedichte, die sowohl die Formenkunst des Sonetts wie des rhythmisierten Langgedichts beherrschen, für Gedichte, die bei aller überbordenden Fabulierkunst politische und historische Schrecken streifen und Haken schlagend mit kühnen Volten zwischen bitterer Komik und Melancholie changieren – erhält Thomas Kunst den Meraner Lyrikpreis 2014.

Für eine Lyrik mit romantischer Emphase und dichterischem Assoziationswirbel, in dessen ruhigen Zentrum abgedunkelte Limousinen vorfahren und Mozart mit den Ohren von Schäferhunden gehört wird; für eine Montage von Welt, in deren Wortrausch sich Eichendorff und der höhere Kalauer mit einer Philosophie der Lichts verbinden – erhält Tom Schulz den Alfred-Gruber-Preis 2014.

Für mediterran beleuchtete Elegien, in denen Kindheitserinnerungen und Sehnsuchtslandschaften auf subtile Weise ineinander geschoben werden, für eine Poesie, in der die Reflexion auf die Reise geschickt und Stanniolpapier, Tauben und Filmdosen zu unvermuteten Bildern einer größeren Welt werden – erhält Jan Volker Röhnert den Medienpreis der RAI Südtirol 2014.

Thomas Kunst (1965, Stralsund) lebt in Leipzig. 1984 Abitur, 1986 Umzug nach Leipzig, seit 1987 Bibliotheksassistent in der Deutschen Bücherei Leipzig. Auszeichnungen: Dresdner Lyrikpreis 1996. Stipendium in Amsterdam 1999. Stipendium der Villa Massimo in Rom 2003. F.C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste in Berlin 2004. Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2009. Finalist im Lyrikpreis Meran 2012. 14. Lyrik-Nahbellpreis des G&GN-Instituts für die „lebenslängliche Zeitgeistresistenz & Unbestechlichkeit im poetischen Gesamtwerkprozess“ 2013. Veröffentlichungen, zuletzt: „Legenden vom Abholen“. Gedichte, Hörby: Edition Rugerup 2011. „Die Arbeiterin auf dem Eis“. Gedichte und Briefe, Dresden: Edition Azur 2013.

/ Südtirol News

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