94. Die Nacht

24. Dezember 1828: Der fünfzehnjährige Georg Büchner widmet seinen «guten Eltern» das Gedicht «Die Nacht». Sein «kleines Weihnachtsgeschenk» in Schülerschönschrift hat Trennungsschnörkel zwischen den Strophen. Es beginnt mit den Zeilen: «Niedersinkt des Tages goldner Wagen, / Und die stille Nacht schwebt leis‘ herauf, / Stillt mit sanfter Hand des Herzens Klagen, / Bringt uns Ruh‘ im schweren Lebenslauf.»

Wie hat der jugendliche Georg diese Verse wohl vorgetragen? Im Lichterglanz des Weihnachtsbaums im Wohnzimmer der Familie im grossherzoglichen Darmstadt? Ob es Vater, Mutter und Geschwister irritiert hat, wie viel darin von Tod die Rede ist – aber kein Wort von Geburt? «Und die Sterne funkeln in der Ferne / Schau’nd herab auf Leben und auf Grab.» / Ralf Beil, NZZ 24.12.

Hier in der ersten kritischen Gesamtausgabe von 1879 im DTA

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