47. Gedicht für Millionen

Robert Frost machte den Anfang bei der Amtseinführung Präsident Kennedys 1961. Dann gab es eine lange Pause – erst Bill Clinton 1993 (Maya Angelou) und 1997 (Miller Williams) nahm wieder Lyrik ins Feierprogramm auf, Barack Obama machte es nach und ließ 2009 Elizabeth Alexander auftreten und bei seiner zweiten Amtseinführung am 21.1. wird der kubano-amerikanische Lyriker Richard Blanco ein Gedicht vortragen. Neben Popgrößen wie Beyoncé (sie wird die Nationalhymne singen), Kelly Clarkson („My Country, ‚Tis of Thee“) und James Taylor („America the Beautiful“) tritt so die Stimme der Poesie. Vielleicht ist es ja nunmehr eine Tradition, der sich auch republikanische Präsidenten nicht entziehen werden? Hierzulande spielt die Amtseinführung von Präsident oder Kanzler kaum eine Rolle und auch viele Lyrikfreunde sehen die Inaugurationspoeme eher skeptisch. Dabei hat es etwas Einmaliges, wie Ron Charles in der Washington Post schreibt, nicht nur für die auserwählten DichterInnen, sondern für die Lyrik insgesamt: „Dutzende Millionen Menschen in der ganzen Welt werden einem Gedicht zuhören. Für viele wird es das einzige bleiben für die nächsten vier Jahre.“

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: