6. Schlimm

Andreas Noga

schlimm

wenn man schlafen will
ein bett sehen in das man sich
nicht legen darf

freie tage wollen
und nicht bekommen

einen wecker haben der nicht
im kühlschrank steht wie es manchmal
in gedichten vorkommt

nachts den sekunden beim kreislauf zuhören
und wissen daß es bald morgen ist

schlimmer: zur arbeit fahren
wenn zuhause die nacht länger
der tag friedlicher
und kein termin nötig ist

am schlimmsten:
im autoradio kein lied hören
das im kopf den morgenhimmel aufreißt
und bis zum abend klingt

**************************************************

Der Wecker steht in einem Gedicht von Gabriel Rosenstock (zu finden in dem Band „Ein Archivar großer Taten“, Edition Rugerup) im Kühlschrank

One Comment on “6. Schlimm

  1. was schlimm ist:
    anfang september dieses
    gedicht hier lesen zu
    müssen.

    was gut ist:
    gabriel rosenstock, der ein
    großer dichter ist, kommt mit seinem wecker in der fußnote
    vor.

    was schlimm ist:
    alles anempfundene –
    die noch nicht einmal
    dürftige erweiterung
    eines schon lange verbürgten
    materials.

    Liken

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