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Veröffentlicht am 9. Juli 2010 von lyrikzeitung
Zwischenbericht der Arbeitsgruppe zur sozialen Lage der Künstler.
37 Prozent aller Künstler leben unter der Armutsgrenze.
Wien. Der Schrecken vieler Eltern: Ihr Sprössling möchte sein Leben der Kunst widmen. Der sprichwörtlich brotlosen Kunst, die schon lange als Berufsfeld einen umstrittenen Ruf genießt. So bemerkte Salomon Heine über seinen Neffen Heinrich: „Hätten gelernt machen Geschäfte, hätten nicht brauchen schreiben Gedichte.“
Und Gotthold Ephraim Lessing schuf in seinem Trauerspiel „Emilia Galotti“ das bekannte Zitat auf die Frage „Was macht die Kunst?“, indem er den Hofmaler Conti antworten lässt: „Prinz, die Kunst geht nach Brot.“ Auch Martin Luther wird zitiert mit: „Kunst gehet itzt nach Brot, aber Brot wird ihr wieder nachlaufen und nicht finden.“ …
Das mittlere Nettoeinkommen von Kunstschaffenden in Österreich beträgt rund 1000 Euro monatlich und liegt damit nur knapp über der Armutsgefährdungsgrenze, 37 Prozent liegen sogar darunter (gegenüber 12,6 Prozent der Gesamtbevölkerung und sieben Prozent der Erwerbstätigen). …
Besonders dramatisch ist die Situation von Künstlerinnen: „Zwei Drittel aller weiblichen Kunstschaffenden können von ihrem künstlerischen Einkommen nicht leben – dieses beträgt weniger als 6657 Euro pro Jahr“, heißt es in der Studie. / Verena Franke, Wiener Zeitung
Kategorie: Österreich, DeutschSchlagworte: Geld, Gotthold Ephraim Lessing, Heinrich Heine, Martin Luther, Verena Franke
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