100. Wie Gedichte entstehen

Nach „Wie Romane entstehen“ (zusammen mit Hanns-Josef Ortheil) hat der Verlagslektor Klaus Siblewski nun, gemeinsam mit dem Lyriker Norbert Hummelt, in der Sammlung Luchterhand das Bändchen „Wie Gedichte entstehen“ publiziert. Die Entstehung von Gedichten wird hier gleich doppelt beleuchtet: aus der Sicht des Lyrikers und aus der Sicht des Lektors. Beschrieben wird, wie aus einem Einfall ein Gedicht und aus vielen Gedichten ein Buch wird. …

Das Machen des Gedichts ist der Schritt von der Plötzlichkeit des Einfalls zur Bewusstheit der Konstruktion: „Irgendetwas in Ihnen schleudert ein paar Verse hervor, irgendetwas anderes in Ihnen nimmt diese Verse sofort in die Hand, legt sie in eine Art Beobachtungsapparat, ein Mikroskop, prüft sie, färbt sie, sucht nach pathologischen Stellen. Ist das erste vielleicht naiv, ist das zweite etwas ganz anderes: raffiniert und skeptisch“.

In seinen Darlegungen zu den „Theorien der Eingebung“ nimmt Hummelt neben Jandl und Benn auch Bezug auf Platon, Rilke und Hölderlin, auf Poe, T. S. Eliot und John Keats; in diesen ideengeschichtlichen Rekursen erhält seine eigene kleine Poetologie des Gedichts Kontur. / Katja Hachenberg-Voss, literaturkritik.de

Norbert Hummelt / Klaus Siblewski: Wie Gedichte entstehen.
Luchterhand Literaturverlag, München 2009.
270 Seiten, 9,00 EUR.
ISBN-13: 9783630621661

6 Comments on “100. Wie Gedichte entstehen

  1. ich möchte einfach einen präsidenten sehen, der einerseits parteilos panoramisch interessiert und neugierig ist, und sich dank dieser kompetenz nicht vereinnahmen lässt (oder „vereinnehmen“? ich weiß nie, ob mit a oder e bei der neutralen form) sondern sachlich objektiv zusammendenkt und miteinander (statt gegeneinander) vergleicht (also das „ganze“ volk spiegelt) – und der andererseits ebenso souverän darin ist, seine persönliche meinung aufs schärfste einzubringen, wo gerechtigkeit & respekt in der kommunikation (verbal höflich) und interaktion (real friedenstiftend) gefährdet sind. und du lieber michael, bist da für mich ein seltenes „öffentliches“ beispiel/vorbild, wie du das in form der zeitung pflegst, weshalb dieser blog auch „symbolisch“ wirkung zeigt: du nimmst dich als moderator sensibel zurück (manchmal mit einem „zwischen den nachrichten“ spürbaren heimlichen schmunzeln, ahne ich) und stellst einfach ALLEN den raum informaTIEF zur verfügung, versteckst dich aber auch nicht, wenn du selbst eine intuition hast, daß dein persönliches statement die diskussion bereichern könnte. ich empfinde das als eine hervorragende doppelkOMpetenz, die unsere politiker selten haben 😉

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  2. P.P.S.: wen der essay überfordert wegen der neologismen, dem sei hier ein kleines beispiel der interpretation gegeben: im modell des „direkten“ heißt es am punkt 7 (=1.): zur PERSON, diese sei als „energetische Pause (Verbalvakuum)“ zu verstehen. das klingt für manchen vielleicht ein wenig fremd, aber es ist verwandt mit der sicht der PSYCHOSYNTHESE (Roberto Assagioli), in der das „ich“ als LEERES ZENTRUM begriffen/gespürt wird (was bei anderen schulen als „selbst“ oder sogar „seele“ definiert ist), um welches sich die konkreten „figuren“ der identität herumlagern. ähnliche sichtweisen gibt es in zahlreichen anderen traditionen, sowohl bei exoterischen als auch esoterischen 🙂

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  3. „von der Plötzlichkeit des Einfalls zur Bewusstheit der Konstruktion“ ist doch nur 1 möglicher ansatz. schade, daß es im artikel so klingt, als ob es GENERELL so wäre. insofern haben die „jungs“ ne kochsendung verdient, in der NUR mit salz gewürzt werden darf 🙂 ein diametral entgegengesetzter ansatz des plötzlichen ist das moment des „direkten“ im kontaktiven (statt konstruktiven) schreibfluß, der den „automatismus“ der surrealen auf einer transrealen bewußtseinsebene technisch anwendet, inhaltlich aber nicht ans unbewußte sondern überbewußte andockt: „KEIN ZAUBER WOHNT MEHR INNE“ (auch nicht „außen“, weder im sinne von redundant materialistisch noch als metaphysisch überhöht) – sondern im transdualistischen „zwischen“ (sojetismus)… mehr dazu hier: http://www.DirekteDichtung.de (von Dr.E.Denkmal) – gruß, tom / P.S: auf myspace liest man neuerdings gerüchte, daß michael gratz als bundespräsident gefordert wird, ts ts ts 😉

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    • willst du damit sagen, daß ich das schlechter als Wulffnco könnte? Ich poste in Kürze ein Foto von mir eine Ein- bzw. Ausweihungsrede mit Sekt haltend. Krieg für deutsche Wirtschaftsinteressen würde ich auf keinen Fall fordern.

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  4. man sollte über knaben und ihre bücher vielleicht erst dann urteilen, wenn man letztere auch gelesen hat. ansonsten wirkt so ein einzeiler ein bißchen lasch gewürzt.

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