3. Meine Besitztümer und andere Texte

Mit seinen bissigen Aperçus und den bizarr-hintergründigen Selbstbeobachtungen schafft Michaux wie beiläufig einen Fundus höchst origineller Bilder. Eher selten erscheinen derart intensive Momente auch im Lichte grüblerischer Bilanzierung, dann also ernst und melancholisch, aber ebenso faszinierend, wie in dem kleinen Text «Mein Leben»:
Du gehst ohne mich fort, mein Leben. / Du fährst, / Und ich warte noch darauf, einen Schritt zu tun. / Du trägst die Schlacht anderswo hin. / Du wirst mir also abtrünnig. / Ich bin dir nie gefolgt. / Ich sehe nicht klar in deinen Angeboten. / Das Bisschen, das ich verlange, bringst du mir nie. / Wegen diesem Mangel will ich so viel, / So viele Dinge, beinahe die Unendlichkeit . . . / Wegen dem Bisschen, das fehlt und das du nie bringst. / Thomas Laux, NZZ 20.1.04

Henri Michaux: Meine Besitztümer und andere Texte 1929-1938. Aus dem Französischen von Paul Celan, Kurt Leonhard und Dieter Hornig. Droschl-Verlag, Graz 2003. 192 S., Fr. 40.-.

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