Könixkran Cselahn

Eine „Renaissance der Deutschschweizer Lyrik“ beobachtet Reto Sorg in der NZZ vom 26.5. 2001 in der Gestalt von Christian Uetz , Raphael Urweider und Armin Senser:

1963 im thurgauischen Egnach geboren, ist Christian Uetz Dichter mit Leib und Seele. Wie die alten Rhapsoden kennt der studierte Altphilologe seine Texte par cœur . Wenn er vorträgt, hört und sieht man ihn, doch kein Papier. Die Emphase, die Uetz ins Werk setzt, kommt von Hölderlin und Celan her. Der sprachspielerische Furor erinnert an die Österreicher, an Jandl , an Artmann: «Hölder; schönsterrre Schwahn des Abelnlahn; / Könixkran Cselahn».

Uetz‘ sprachbesessene Aufstände, Urweiders luzide Erzählbilder und Sensers schillernde Lyrik- Ideen markieren avancierte Positionen zeitgenössischer Lyrik. Sie zeigen, was zurzeit im Gedicht möglich ist – und das ist nicht wenig. So bildet ihre Lektüre auch die besten Voraussetzungen zu erkunden, was im Gedicht noch möglich wäre. Die Zukunft gehört den Belesenen.

Das Gedicht hat heute wieder eine Chance. Vielleicht, weil man von ihm lange Zeit nichts mehr gefordert hatte. Jörg Drews spricht gar von der «neuen Unersetzlichkeit der Lyrik ». Tatsächlich leistet weder die erzählende noch die diskursive Prosa, was das Gedicht vermag: Zu affizieren, den Moment zu treffen und einzufangen und zu lösen, was untrennbar scheint: von den Wörtern die Bedeutungen.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: