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Die italienische Poesie des 20. Jahrhundert lässt sich in verschiedene Strömungen einteilen – Hermetismus, Futurismus, Neorealismus, Existenzialismus, Experimentalismus oder Neoavantgarde. Aber zu viele Dichter und ihre Werke passen in keines dieser Schemata, z.B. Sandro Penna, Giorgio Caproni, Elsa Morante, Giovanni Giudici, Andrea Zanzotto, Attilio Bertolucci,… Continue Reading „59. Die Italienische Poesie des 20. Jahrhunderts“
Rolf Spinnler: Die Avantgarde hatte ja durchaus elitäre Züge, wenn man an Lyriker wie Mallarmé, Eliot, Pound oder George denkt. Sie haben sich als Wissenschaftler aber besonders für populäre Kunstformen wie den Abenteuerroman, die Operette eingesetzt. Volker Klotz: Sicher, es gibt in der Moderne eine Tradition… Continue Reading „58. Pfeifen auf Individualität“
Benn habe Brecht überholt, meldete eine durchaus verdienstvolle Lyrikzeitschrift, die es versteht, jedes neue Heft in die Medien zu bringen (jüngst wegen eines bayrischen Kreuzzugs gegen dieselbe). Ich sage garnichts dagegen, das ist auch eine Kunst. Wie jetzt so damals griffen es Spiegel &… Continue Reading „57. Rumänien vorn!“
„Die arabische Lyrik ist viel emotionaler als die deutsche, die doch stark rational, ja, philosophisch geprägt ist“, meinte Omar Abou Hamdan, der junge Schriftsteller aus Souida (Syrien), während er den Tee und die arabischen Süßigkeiten probierte, die das Forum Eine Welt im Evangelischen Gemeindezentrum Daun… Continue Reading „56. „Rrrrrrrrrrazzional“*“
Johanna Schwedes anthropomorphisierende Kunst zeigt die Welt als verwaistes Kinderzimmer, in dem die Märchen und Sagen der Kindheit nichts vom ihnen eigenen Schrecken eingebüßt haben. Darin entfalten sich Seelenzustände zu Interieurs, wo Personen nurmehr in Spuren wiederauffindbar bleiben. Die entstehenden Räume lassen sich bereits durch einen winzigen Einschnitt betreten,… Continue Reading „55. Die Welt als verwaistes Kinderzimmer“
Lange hat Harald Hartung, der profunde Kenner und Kritiker von Lyrik, der zu den Besten seines Faches zählt, auf eine adäquate Anerkennung als Dichter warten müssen. Das mag an dem Vorurteil liegen, dass sich erklärende Texte mit poetischen nicht gut vertragen und vor allem… Continue Reading „54. Wintermalerei“
Der eingangs erwähnte Rezensent der „FAZ“, der Berliner Germanist Ernst Osterkamp, findet vom Titel angefangen ausnahmslos alles an diesem Band – bis auf Juvenals Satire – platt und banal, poetische Konfektionsware eines an sich „guten Lyrikers“. Der Verriss hat Grünbein offenbar so aufgebracht, dass… Continue Reading „53. Kleines Gemetzel auf schmalem Grat“
The Independent books of the year: Stephen Knight’s list of top poetry collections. (The Independent) The Guardian’s Year in Poetry: Nicholas Wroe’s roundup of 2010’s notable collections. (The Guardian) „I get lots of books of poetry in the mail…“ Dan Chiasson on eleven 2010 collections „that made… Continue Reading „50. Top of the poets“
All ihre lyrisch-kühnen Farbworte – vom „blauen Klavier“ bis zur „rotbäckigen Schule“ – brachte sie nun in ihre Bilder, verlieh einem Mann ein blaues, dem nächsten ein rotes und dem dritten ein goldenes Gewand. Ihre im Profil gezeichneten Köpfe sind ein typisches Merkmal der… Continue Reading „49. Farbworte“
Seine Lyrik, obwohl artistisch-artifiziell im Stil der Zeit, war von unerhörter politischer Schärfe. Sie agitierte nicht, sie analysierte. Von einer überraschenden Metapher erhoffte sie sich mehr als von eindringlicher Belehrung und lieferte das bis heute überzeugendste Beispiel, wie politische Lyrik nach Brecht aussehen konnte.… Continue Reading „46. Der junge Enzensberger“
Sammelrezension von Nico Bleutge, Stuttgarter Zeitung 10.12.: Am besten ist Doris Runge, wenn sie mit ihrer anschaulichen Sprache ganze Welten erstehen lässt. Dann können die Wörter tatsächlich „schmuggelware“ sein: „fischschwänzige / seltsame promenadenmischungen / im friesennerz“. Doris Runge: was da auftaucht. Gedichte. DVA, München.… Continue Reading „45. Runge, Leisten, Haufs, Fels“
Er baut seine Strophen nach klassischer Art und braucht keine durch Zeilenbrüche erzeugten Effekte. Ohne Kapiteleinteilung und Mottos beschreibt der Dichter wie aus einem Guss eine bizarre Szenerie, die mitunter den Gemälden des Hieronymus Bosch gleicht – obwohl Überschriften auf andere Maler verweisen: „Caspar… Continue Reading „43. Bizarre Szenerien“
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