Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
In seinem angestammten Haus in der im damaligen Vatikanstaat gelegenen Stadt Recanti, hoch über der Adria, schrieb der italienische Dichter Giacomo Leopardi, der größte, den sein Land nach Dante hervorgebracht hat, etwas, das sich jeder Lyrikleser einprägen sollte: „Alles seit Homer ist besser geworden, nur nicht… Continue Reading „109. Nur nicht die Poesie“
„Die meisten unserer Mitglieder befassen sich mit ernsten Themen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Martin von Arndt aus Markgröningen im Kreis Ludwigsburg. Das ist die baden-württembergische Besonderheit im Unterschied zu den anderen Regionalverbänden des Schriftstellerverbands. Der Schwabe ist wohl ein ernster Mensch, und seine prominentesten… Continue Reading „108. Ernste Themen, hartes Brot“
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …« Wie stand es damit bei den ersten zehn Jahren des neuen Jahrhunderts? Auch da fehlte es an Zauber nicht. Geblieben ist wenig. Worüber wir uns mehr wundern und sorgen als Hermann Hesse. Aus dessen Gedicht »Stufen«… Continue Reading „106. Gesunde!“
Sabina Kienlechner skizziert in „Sinn und Form“ zunächst die Geschichte der „Aktionsgruppe Banat“, die sich 1972 als widerständiger Dichterkreis formiert hatte, um den Hofdichtern des Ceausescu-Regimes und den Heimatkitsch-Autoren im Banat und Siebenbürgen eine Poetik der radikalen Moderne entgegenzusetzen. Als spiritus rector dieser damals… Continue Reading „104. Doppelagenten“
Auch in diesem Jahr veröffentlicht Theo Breuer einen seiner umfang-, kenntnis- und façettenreichen Überblicksessays über sein Lese-Jahr. (Poetenladen). 3 Auszüge: 1 … indem ich in der Antwort Friederike Mayröckers Gedichtbuch dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif benannte, das alle anderen Lyrikbücher des guten Jahrgangs 2009… Continue Reading „103. Breuers Lese-Jahr 2010“
„Nächtliches Schreiben führt in Lyrik-Bibel“, titelt die Lokalseite Lengerich, Kreis Steinfurt, der Münsterländischen Volkszeitung: Diese „Liebe“ wird wohl die Zeiten überdauern. [N.N.] hat gewollt, dass es jeder erfährt. Insgeheim hat die 23-Jährige befürchtet, dass ihre „Liebe“ nicht gut genug ist. Doch die Fachwelt hat… Continue Reading „102. „Lyrik-Bibel““
Die Verse ‚Minze Minze / flaumiran / Schpektrum‘ aus Oskar Pastiors Gedichtband ‚Der krimgotische Fächer‘ von 1978 waren Herta Müller schon in den Jahren ihrer Arbeit als Übersetzerin technischer Bedienungsanleitungen in einer rumänischen Maschinenfabrik vertraut. Sie zog das Büchlein immer dann aus ihrer Schreibtischschublade,… Continue Reading „101. Minze Minze / flaumiran / Schpektrum“
Mitteilung des Verlagshauses J. Frank: Am 16. Dezember 2010 ist der Autor Thien Tran in Paris verstorben. Wir trauern um einen Autoren, der dabei war, sich einen Namen in der Literaturwelt zu machen. Gemeinsam mit den Autoren, die sich ihm verbunden fühlten, möchten… Continue Reading „100. Thien Tran (31) gestorben“
Jochen Kelter hat zwei Gedichtbände gelesen, und da die Autoren „jung“ sind, sind ihre Gedichte vielleicht nicht zuende gegart oder -goren? Letzteres behauptet die Überschrift des Südkurier: „Junge Lyriker, unausgegorene Gedichte“. Vielleicht liegts auch nicht (nur) am Alter, sondern an der Manier „jüngerer deutscher… Continue Reading „98. Junge Lyrik“
Ingeborg Bachmann veröffentlichte 1953 ein Gedicht, dessen erste Zeile lakonisch verkündet: „Es kommen härtere Tage“. Das Inferno des Krieges lag acht Jahre zurück. Im März ’53 starb Stalin. Am 17.Juni erhoben sich die Arbeiter gegen die DDR-Diktatur. In Korea herrschte ein fragiler Waffenstillstand. Im… Continue Reading „97. Es kommen härtere Tage“
Pommern singt nicht, sagte man. Als das romantische Deutschland sang, malten die Pommern, schrieb der Pommernflüchtling Hans Werner Richter. Bei pomlit finden Sie ein gutes Gedicht des pommerschen Malers Philipp Otto Runge, einen Text von Walter G. Goes über Kurt Tucholsky und eine Einführung… Continue Reading „96. Pomerania non cantat,“
Dass es eigentlich nicht gut um die Kultur des Lesens in dem Land steht, das vier Nobelpreisträger für Literatur hervorgebracht hat, ergab eine Umfrage: Demnach haben nur 38 Prozent der Polen, die älter als 15 Jahre sind, im vergangenen Jahr ein Buch gelesen. Die… Continue Reading „93. Republik des Buches“
Wenn Gedichte nicht besprochen werden, muß man es selbst machen. Klaus Grunenberg (wenn ich die Verwandtschaftsbeziehungen richtig interpretiere) tut das, bzw. läßt es die Kritiker Ed Moercke und Mark Beil-Ritzi tun. Am Heiligabend schon zum 100. Mal. Moercke beginnt so: Wieder so ein Gedicht, wo wir… Continue Reading „90. Lyrieeleison“
1 Völlig irritiert nahm Ludwig Bechstein 1821 sein erstes Honorar als Lyriker entgegen. Während seiner Apothekerlehre in Arnstadt hatte er erste literarische Versuche unternommen und auch drei Gedichte an die „D’olzische Jugendzeitung“ geschickt, aber keineswegs mit einem Obulus für die Veröffentlichung gerechnet. Kurz darauf erschien sein erstes Buch,… Continue Reading „89. Arnstadts Dichter“
„Klage der Ceres“ sei die Antwort auf Goethes „Alexis und Dora“ gewesen, ein Poem, das als Liebesgedicht an Schiller gelesen wird. Die Autorin benutzt den Begriff der Erlebnisdichtung wieder völlig unbefangen und kann sich dafür auf Goethes Selbstverständnis als Lyriker berufen. Vor zwanzig Jahren,… Continue Reading „88. Verschlüsselte Liebeserklärung“
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