Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Es sind wohl auch Fragen von Haltung, hellwachem Geist und einer besonderen Art von Widerspenstigkeit, die Braun und Sommer in eine künstlerische Verwandtschaft rücken. Höchste Zeit also, dass sie sich mal aufeinander einlassen sollten! Ausgerechnet zur Bardinale, dem nun zum 10. Mal ausgerichteten Treffen… Continue Reading „28. Zwei Dresdner in concert“
Nach fast fünfzehn Jahren der planvollen Abwesenheit meldet sich Ulrich Zieger mit seinen „Aufwartungen im Gehäus“ zurück. Und seine Beschwörung einer biblischen Urszene, die in der lyrischen Adressierung „an den Vater von Sem“ anklingt, nimmt ein Motiv aus „Große beruhigte Körper“ wieder auf. Dort… Continue Reading „27. Aufwartungen im Gehäus“
Komisch ist die Lyrik von Thomas Gsella (53), auch wenn die Pointen des ehemaligen Chefredakteurs des Satiremagazins „Titanic“ manchmal dafür sorgen, dass das anfangs laute Lachen schnell leiser wird, wenn der Leser sich dabei ertappt, dass er sich über politisch Unkorrektes freut. … [Er… Continue Reading „26. Gernhardt-Preis für Gsella und Göritz“
Im Marbacher Literaturmuseum der Moderne (LiMo) entsteht große Lyrik auf Knopfdruck. In der hohen Eingangshalle wird der Gast von einer großen Anzeigetafel empfangen, die der eines Flughafens nicht unähnlich ist. Doch statt profane Abflugzeiten anzuzeigen, spuckt die schwarze Tafel Gedichte im Akkord aus. Es… Continue Reading „25. Landsberger Poesieautomat“
Die Vergangenheit hat Begriffe und Namen: russischer Futurismus, Saum’-Sprache; David Burljuk, Welimir Chlebnikow, Alexej Krutschonych, Wladimir Majakowski und – für die jüngste Vergangenheit – Carlfriedrich Claus, den Scherstjanoi 1982 kennenlernte. Ohne die Freundschaft mit Scherstjanoi wäre Claus’ künstlerische Rezeption des russischen (Kubo-)Futurismus auf der… Continue Reading „24. Michael Lentz über Scherstjanoi“
Von Kai Pohl, junge Welt 6.9. Der soziale Dialekt Sa-um war die Ausrufung einer neuen Sprachpraxis. Nicht die Bedeutung der Worte, allein ihr Lautbild, der Klang zählte: »Ausdruck von Begeisterung!«, »Rebellion, Gewitter, Wirbel, Kampf, Skandal, Brand …« – »Die Gedichte sollen nicht den Frauen… Continue Reading „23. Das Sa-umnische als sozialer Dialekt der russischen Futuristen“
Die Anfänge des Dichters Frančič liegen in den späten siebziger Jahren, in einer autoritären Phase des Tito-Sozialismus; für die Kunst ist die bleierne Zeit eine Ära der Experimente, und beides, die Freiheit und den repressiven Geist der Gesellschaft, wird man in Frančičs Werk spüren.… Continue Reading „17. Franjo Frančič“
Waren Gedichte lange Zeit verpönte Intellektuellenliteratur und das Schreckgespenst eines jeden Schülers, konnte sich die kontemporäre Lyrik längst von ihrem Nimbus der Unzugänglichkeit lösen und begeistert heute Menschen aus allen Altersklassen, Schichten und Kulturen. / goodnews-stuttgart.de Im Programm: Ulrike Almut Sandig, Hans Thill, Ernest Wichner sowie… Continue Reading „16. Good News“
Christoph Wenzel DURCH DIESE GLÄSER wird alles zur majuskel: ein dicker filzer buchstabiert reflexe in den kernsatz – ein riß im loch ein biß im buch & erst der fleck verrät dem blick die brille: erkennungszeichen der vermittlung von syntax & sterben eingefaßt im… Continue Reading „15. Gedicht“
2007 erschien im kleinen Wiener Verlag Edition Korrespondenzen ein Gedichtband, der die ganze Vorstellung über die Lyrik der Leningrader Katastrophe revolutionierte. «Blockade» entstammte der Feder von Gennadi Gor, der Entdecker war der Übersetzer Peter Urban, der sich zunächst der Kurzprosa zugewandt hatte. Der von… Continue Reading „14. Lyrik der Hölle“
In der NZZ schreibt Oleg Jurjew über das Leben und Sterben in der Hölle des belagerten Leningrad. Selbstverständlich wurde in der Hölle viel Literatur produziert! Die meisten der Schriftsteller, die in der Stadt geblieben waren (viele waren ins Landesinnere evakuiert worden), wurden mobilisiert und… Continue Reading „13. Lyrik in der Hölle“
Ernst Meister gehört zu den bedeutendsten Lyrikern nach dem 2. Weltkrieg. Heute wäre dieser Dichter 100 Jahre alt geworden. Die Lesung, die auf MetaPhon zu hören ist, wurde in einer Reihe präsentiert, die Doris und Hans-Werner Gey in ihrer Galerie in den 1970-ern in… Continue Reading „12. Ernst Meister liest“
Frauen und Männern, die Dix heißen, ist sie im Moment auf der Spur. Doch interessiert sie sich nicht in erster Linie für den Maler mit dem Vornamen Otto, dessen 120. Geburtstag Anfang Dezember die Kunstwelt feiert. Annerose Kirchner interessiert sich für Menschen in Gera und Umgebung und die… Continue Reading „11. Annerose Kirchner 60“
Wie aus mythischer Ferne weht dieser hohe Ton heran, diese dunkle Beschwörung metaphysischer Elementarwörter. In philosophischer Eindringlichkeit fragt der Dichter Ernst Meister nach den Verankerungen unserer Existenz. Bereits in seinem allerersten Gedicht, das 1932 sein Debütbuch „Ausstellung“ eröffnete, gerät das lyrische Ich vor einen… Continue Reading „10. Abgrund aus Angst“
Der mit 5500 Euro dotierte Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Olga Martynova. ‚Gewürdigt wird eine in zwei Sprachen (Deutsch, Russisch) schreibende Kosmopolitin, deren Musikalität, deren Witz und deren beeindruckende Bildung unsere Literaturgesellschaft bereichern‘, heißt es in der… Continue Reading „9. Roswitha-Literaturpreis für Olga Martynova“
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