Kategorie: Europa

Bert Papenfuß

Sind nicht alle seine Gedichte wilde Anschläge? Auf Rechtschreibung und Grammatik, auf die reinliche Scheidung von Hoch- und Gossensprache, von Sprechen und Schreiben, auf die von Takt und Zote? Bert Papenfuß-Gorek ist ein Mann des Kampfes. Nur dass es nicht ums Gewinnen geht, die… Continue Reading „Bert Papenfuß“

Geburtstag

Greifswald vergißt seine Töchter und Söhne nicht. Zwei Prominente begehen in diesem Jahr ziemlich runde Jubiläen. Die eine, Sibylla Schwarz, wurde am 14. Februar 1621 alten Stils in Greifswald geboren. Das ist am 24. Februar genau 395 Jahre her. Die 10 Tage Differenz erklären… Continue Reading „Geburtstag“

Poetopie

nun hat sich der erste Schnee schweigend über den zerfurchten Boden gebreitet Hansjürgen Bulkowski

Fortgeschrittene Absichtslosigkeit oder andere Zustände

Zeitschriftenschau von Gregor Dotzauer bei Literaturport, Auszug: Nicht jedes Stück Literatur entsteht im Vollbesitz geistiger Kräfte. Fortgeschrittene Absichtslosigkeit oder andere Zustände zwischen Bewusstseinserweiterung und Bewusstseinstrübung gehören zu Dispositionen, die Computerprogrammen fremd sind. Andererseits sind Hendrik Jacksons „20 Knittelverse, geschrieben aus Anlässen von Trunkenheit und… Continue Reading „Fortgeschrittene Absichtslosigkeit oder andere Zustände“

Befreundet mit Frisuren

Über Martin Walsers neuen Roman „Ein sterbender Mann“, in dem ein Kunstlyriker vorkommt, schreibt die FAZ: Der Verräter soll sein früherer, von ihm bewunderter Freund und Teilhaber Carlos Kroll sein, ein hochnäsiger Dichter, die Karikatur eines hermetischen Lyrikers, der behauptet, „seine Gedichte seien Sprachereignisse,… Continue Reading „Befreundet mit Frisuren“

Timucin Davras

Im Mai 2014 verstarb der türkisch-deutsche Dichter Timucin Davras. Hans-Jörg Loskill hat jetzt eine Sammlung mit Gedichten von ihm herausgegeben „Ich liebe das Wort Gelsenkirchen“, so schrieb der im Mai 2014 verstorbene Wahl-Gelsenkirchener Timucin Davras in einem seiner Gedichte. Und es war wohl die… Continue Reading „Timucin Davras“

Epitaph

Der Petersburger Kampfsportler und Gelegenheitsstuntman Leonid Uswjazow verbrachte zwanzig von seinen 58 Lebensjahren hinter Gittern, zehn wegen einer Gruppenvergewaltigung und zehn wegen Hehlerei und illegaler Devisengeschäfte. 1994 kam er bei einer Schießerei ums Leben. Seinen Grabstein ziert ein von ihm selbst vorsorglich gedichtetes Epitaph:… Continue Reading „Epitaph“

Gegen Berührungsängste

Natürlich weiß Karin Fellner um die Berührungsängste gegenüber der Gattung Lyrik. Sie weiß aber auch, wie man diesen begegnen kann. Jüngst war die mehrfach ausgezeichnete Münchnerin als einzige Lyrikerin unter Prosaschriftstellern beim Autoren-Speeddating im Literaturhaus zu erleben. Wo sie den Besuchern am Tisch gegenübersaß… Continue Reading „Gegen Berührungsängste“

Zwei 400. Todestage

Sowohl Shakespeare als auch Cervantes sollen am 23. April 1616 gestorben sein. Dennoch war einer um zehn Tage früher dran – in Spanien hatte man schon den Gregorianischen Kalender eingeführt, in England hingegen galt noch der Julianische, der etwas hintennach war. Und wer weiß,… Continue Reading „Zwei 400. Todestage“

Nach diesen Schrecksekunden

Als ich zum ersten Mal Gedichte von Thomas Kunst las, dachte ich mir: So kann man heute keine Gedichte schreiben. Und als ich sie vom Dichter vorgelesen hörte, dachte ich mir: So kann man seine Gedichte nicht vorlesen. Und dann, nach diesen Schrecksekunden, die… Continue Reading „Nach diesen Schrecksekunden“

Poetopie

so viel Herausforderungen – wo bleiben die Eingebungen? Hansjürgen Bulkowski

«Literatur für Idioten»

«In den Buchläden stapeln sich / Die Bestseller Literatur für Idioten / Denen das Fernsehen nicht genügt / Oder das langsamer verblödende Kino» – schrieb er ein Jahr vor seinem Tod. Mancher hat ihn einen Zyniker genannt, aber seine provozierende Ästhetik war so etwas… Continue Reading „«Literatur für Idioten»“

Ilma Rakusa wird 70

Es war in Nagoya, in Zentraljapan, dass ich Ilma Rakusa endgültig ins Herz schloss. Ich hätte fast geschrieben: mich in sie verliebte, aber das geschah erst später, als ich schon eine literarische Figur aus ihr gemacht hatte. Als solche nenne ich sie Ima, was… Continue Reading „Ilma Rakusa wird 70“

… und Lyrik

Lyrik als Reflexionsraum auf engstem Raum, das gefällt mir. Die Gefahr bei falsch verstandener Lyrik ist halt oft, dass sie ins „Versli-Brünzler-Hafte“ abrutscht, das wirkt dann ziemlich antiquiert – aber davon sind auch junge Rapper und Slamerinnen nicht gefeit, wie ich oft mit Schrecken… Continue Reading „… und Lyrik“

Klaus Merz über Politik…

Ich habe mich eigentlich nie nur auf meinen Kanton fokussiert. Sicher ist er eher reaktionärer geworden. Von den 70er bis zu den späten 90er Jahren herrschte, meine ich, politisch und kulturell ein etwas offeneres Klima, die Auseinandersetzungen jedenfalls waren „lüpfiger“ und weniger gehässig als… Continue Reading „Klaus Merz über Politik…“