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Denn aufs Neue wieder Mensch zu werden,
Wenn man´s lange Zeit nicht mehr gewesen ist,
Das ist schwer für unsereins auf Erden,
Weil das Menschsein sich so leicht vergißt.
Günter Kunert zum 90. Geburtstag Deutscher Dichter, Güteklasse A Befaßt mit sich selber wie mit der Revolution: Glanzvolle Verse über die Notwendigkeit des Schreckens Heldenverehrung hymnisch Reimloser Ruhm den Kämpfern aller letzten Gefechte Fragen nach den Erbauern des siebentorigen Theben nach seinen Zerstörern keine… Continue Reading „Deutscher Dichter“
Julian Przyboś (* 5. März 1901 in Gwoźnica Dolna/Powiat Strzyżowski; † 6. Oktober 1970 in Warschau) NAPIS II Zamówiłem na ziemi stos dla siebie u słonca. Mowo, niesłowną jasność ocal. INSCHRIFT II Von der Sonne hab ich mir einen Brandstoß auf der Erde ersprochen.… Continue Reading „Inschrift“
Theodor Kramer Requiem für einen Faschisten Du warst in allem einer ihrer Besten, erschrocken fühl ich mich heut mich dir verwandt; du schwelgtest gerne bei den gleichen Festen und zogst wie ich oft wochenlang durchs Land. Es füllte dich wie mich der gleiche Ekel… Continue Reading „Requiem für einen Faschisten“
# Laß dich nur in keiner Zeit Zum Widerspruch verleiten! Weise fallen in Unwissenheit, Wenn sie mit Unwissenden streiten. # Wie kommt’s, daß man an jedem Orte Soviel Gutes, soviel Dummes hört? Die Jüngsten wiederholen der Ältesten Worte Und glauben, daß es ihnen angehört.… Continue Reading „Zwei Weisheiten zum Tage“
Sophie Tieck (Sophie Berhardi, Sophie v. Knorring, * 28. Februar 1775, Berlin, † 1. Oktober 1833, Reval) Aus: Flore und Blanscheflur Wie schild’re ich euch des Gartens Herrlichkeit, Worin ertönt der allersüß’ste Klang, Der grün bewahrt sein Laub zu jeder Zeit, Wo nie verstummt… Continue Reading „Der wahre Garten“
Elisabeth Borchers (* 27. Februar 1926 in Homberg, Niederrhein; † 25. September 2013 in Frankfurt am Main) ZUKÜNFTIGES Als alles vorbei war Krieg und Frieden Mann und Frau Form und Inhalt Als die Sonne auf- und untergegangen war samt Mond und Stern und den… Continue Reading „Zukünftiges“
Konstantin Biebl (* 26. Februar 1898 in Slavětín nad Ohří; † 12. November 1951 in Prag) Die Leiden des jungen Dichters In einer weit gedehnten, grasreichen Landschaft, im melancholischen Echo der Lettenufer des … Continue Reading „Die Leiden des jungen Dichters“
Lesja Ukrainka (ukrainisch Леся Українка, wiss. Transliteration Lesja Ukrajinka, eigentlich Laryssa Petriwna Kossatsch bzw. Лариса Петрівна Косач; * 13. Februar (jul.)/ 25. Februar 1871 (greg.) in Nowohrad-Wolynskyj; † 1. August 1913 in Surami, Gouvernement Tbilissi) ZUM HUNDERTJÄHRIGEN JUBILÄUM DER UKRAINISCHEN LITERATUR Die Völker, sie… Continue Reading „Zum 100jährigen Jubiläum der ukrainischen Literatur“
Sibylla Schwarz (*14. Februar alten / 24. Februar 1621 neuen Stils Greifswald; † 31. Juli alten, 10. August 1638 neuen Stils Greifswald) Etliche Sonnete. 1. WAn alle Buhler doch nuhr hetten einen Fluht* / so würde Venus nicht so ungleich ihnen schencken der süssen… Continue Reading „Wan alle Buhler doch“
Elisabeth Langgässer (* 23. Februar 1899 in Alzey; † 25. Juli 1950 in Karlsruhe) Regent: Venus Vulgivaga Der geile Bote rief — Der Kuckucksspeichel tropft ins Schaumkraut, wo er schlief, wird blaß, verdorrt: und tief in das gescheckte, scharfe, gemeine Zittergras läuft seines Ursprungs… Continue Reading „Venus Vulgivaga“
Antonio Machado (* 26. Juli 1875 in Sevilla, Andalusien; † 22. Februar 1939 in Collioure, Frankreich) Ich möchte, wie Anakreon, singen, lachen und froh in den Wind schlagen die weisen Bitternisse und ernstgemeinten Ratschläge, und ich möchte, vor allem, mich betrinken, ihr versteht schon… Continue Reading „Wie Anakreon“
Johann Heinrich Voß (* 20. Februar 1751 in Sommerstorf / Mecklenburg; † 29. März 1826 in Heidelberg) Schwergereimte Ode (1775) An mich selbst Was stehst du, Spötter, da und pausbackst Schwerreimendes Gereimel her? Gib acht, daß man dich nicht hinausbaxt, Mit deinen Reimen, leicht… Continue Reading „Schwergereimt“
Elke Erb (* 18. Februar 1938 in Scherbach, jetzt Rheinbach, Voreifel) Die Nachrichten Ich – unter dem Tisch – bin 6. Wenn der Krieg vorbei ist, darf man beim Essen reden. (Helga) 18.3.17 Aus: Elke Erb: Gedichtverdacht. Hrsg. Urs Engeler u. Christian Filips. Berlin,… Continue Reading „Wenn der Krieg vorbei ist“
Georg Weerth (* 17. Februar 1822 in Detmold; † 30. Juli 1856 in Havanna, Kuba) Das Hungerlied Verehrter Herr und König, Weißt du die schlimme Geschicht? Am Montag aßen wir wenig, Und am Dienstag aßen wir nicht. Und am Mittwoch mußten wir darben, Und… Continue Reading „Hungerlied“
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