Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Der „größte Dichter Bayerns“ (er stammt aus dem Elsass). Ein deutscher Odendichter 100 Jahre vor Klopstock. Der deutsche Horaz. Pech für uns: er dichtete auf Latein. Wäre sein Werk in deutscher Sprache möglich gewesen? Hätte wäre wenn. Er heißt Jakob Balde (Johann Jacob Balde,… Continue Reading „Ode auf das Schachspiel“
Horst Samson GEBET Der du bist im Exil, Verschwiegen werde dein Name, dein Wille Vergehe ungeschehen auf Erden wie im Himmel Das tägliche Brot. Dein Reich Verschimmele, wie Dein Körper, deine Wörter sind schnell und schuldig, sie vergeben Nichts wie auch wir dir nie… Continue Reading „Der du bist im Exil“
Von Joachim Ringelnatz (* 7. August 1883 in Wurzen als Hans Gustav Bötticher; † 17. November 1934 in Berlin) Ein kleines Steinchen rollte munter Von einem hohen Berg herunter. Und als es durch den Schnee so rollte, Ward es viel größer als es wollte.… Continue Reading „Der Stein“
Christa Reinig (* 6. August 1926 in Berlin; † 30. September 2008 in München) Aus: PAPANTSCHA VIELERLEI Ob nun das Christentum den Hinduismus oder der Hinduismus das Christentum beeinflußt haben mag, gleichviel, die Übereinstimmung ist oft frappierend: Im Anfang war der Reim. Da gingen… Continue Reading „Papantscha Vielerlei“
Flanzendörfer (* 30. Dezember 1962 in Dresden-Oberpoyritz; † 4. August 1988 in Marienwerder), Aus: Die Gestalt (1987) Aus: flanzendörfer: unmöglich es leben. Berlin: Janus press, 1992, S. 101 Aus der Biografie (Quelle: Frank Lanzendörfer, Versensporn 16. Jena 2014): Im Juni 1985 wird flanzendörfer von… Continue Reading „offener ansatz“
René Schickele (* 4. August 1883 in Oberehnheim im Elsass; † 31. Januar 1940 in Vence, Alpes-Maritimes) Aus: René Schickele: Weiss und rot. Gedichte. Berlin: Cassirer, 1920
Johann Wolfgang Goethe [Aus Lila] Feiger Gedanken Bängliches Schwanken, Weibliches Zagen, Ängstliches Klagen Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei. Allen Gewalten Zum Trotz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen — Rufet die Arme Der Götter herbei. (1777) Ich übergebe an Herrn… Continue Reading „Nur mal so“
Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) kommentar dass niemals er schreiben werde seine autobiographie dass ihm sein leben viel zu sehr als dreck erscheine dass auch nur wenige punkte, blutige er noch erinnere dass aber niemals er… Continue Reading „Kommentar“
Miron Białoszewski (* 30. Juni oder 30. Juli 1922 in Warschau; † 17. Juni 1983 ebenda)* laut polnischem Wikipedieeintrag ICHBINS BEWEIS ich bin ich bin dumm was soll ich tun ach was soll ich tun wie nicht wissen ach was weiss ich was ich… Continue Reading „ich bin“
Einmal, als es noch das Land Tschechoslowakei gab (es hieß aber Tschechoslowakische Sozialistische Republik, tschechisch abgekürzt ČSSR), war ich in Prag. Ich kannte nur ein paar Sätze aus dem Reisesprachführer und versuchte sie in einem Laden anzuwenden. Mit Erfolg – die Verkäuferin fragte, ob… Continue Reading „Tschechisch und slowakisch“
Jacopo Sannazaro (* 28. Juli 1458 in Neapel; † 6. August 1530 ebenda) DICHTERFLUCH WER Lilien und Rosen, gleich den Thoren, Aus Nesselsaamen aufzuziehn gedenkt; Wer Lunens Wagen vom Apoll gelenkt, Und Abends zu erblicken wähnt Auroren; Wer unter feindlichem Gestirn geboren, Wem keine… Continue Reading „Dreifacher Dichterfluch“
Rajzel Żychliński רייזל זשיכלינסקא (* 27. Juli 1910 in Gąbin im heutigen Polen, poln. Rajzla Żychlińska; † 13. Juni 2001 in Concord, Kalifornien) VERWIRRT SICH IN MIR EIN VERS Verwirrt sich in mir ein Vers aus einem Rilke-Gedicht – die Bauwerke wollen aus ihren… Continue Reading „Fun Rilkess a lid“
Felix Philipp Ingold Schwache Gedanken Kommt daher das Wanken Von Worten getragen? Länger zu fragen Verzögert das Ende Verhindert den Sinn. Feisten Gestalten Zum Gruß an sich halten (Schlimmer: sich beugen). Statt auszusteigen Hebt ihr die Hände Lebt weiter so hin … Aus: Felix… Continue Reading „Aus dem Deutschen“
Friedrich Rückert Des Dichters Freude am Gedicht Erst hattest du deine Freude dran; Nun haben sie andre Leute dran: Das ist nun deine Freude dran. Aus: Neuer poetischer Hausschatz. Halle: Hendel, o.J. (ca. 1896), S. 14
Philipp Otto Runge (* 23. Juli 1777 in Wolgast; † 2. Dezember 1810 in Hamburg) Wollgast den Januar 1807 Liebster Perthes … wir haben den Sommer die Pr(eußen) an der Grenze gehabt, jetzt die fr(anzosen) und also immer ein doppeltes interesse, welches eben nur… Continue Reading „Liebster Perthes“
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