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René Char (* 14. Juni 1907 in L’Isle-sur-la-Sorgue, Département Vaucluse; † 19. Februar 1988 in Paris) EINGESUNKENES ERDREICH Zum Vaterland hat die Beere Die Finger der Winzerin. Sie aber, wen hat sie, Am Ende des schmalen Pfades den grausamen Weinberg entlang? Den Rosenkranz der… Continue Reading „Fontis“
Theodor Däubler (* 17. August 1876 in Triest, Österreich-Ungarn; † 13. Juni 1934 in St. Blasien, Schwarzwald) Aus: Das Nordlicht / Der äthiopische Totentanz (…) Eine Lotosblume ragte Nun verduftend in die Nacht: Als die Glut der Liebe tagte, Ist die Blume hold erwacht:… Continue Reading „Der äthiopische Totentanz“
Walter Rheiner (* 18. März 1895 in Köln; † 12. Juni 1925 in Berlin-Charlottenburg) Nachtschnellzug Dunkel der Nacht, das ruhig schien und fest, zieht sich zusammen, kreist um eine Stelle in immer engrem Strudel, wildrer Schnelle, einschlürfend wie ein Maelstrom. Doch es läßt, endlich… Continue Reading „Nachtschnellzug“
Heute haben so viele Dichter Geburtstag, Ulf, Fabjan, Hendrik, ich grüße euch mit einem Gedicht von Gerard Manley Hopkins, der zwar nicht an einem 8. Juni geboren ist, aber an den man trotzdem jeden Tag denken kann, so auch heute. L&Poe hatte das Gedicht… Continue Reading „rolls joyce, hol es wieder“
Hölderlinjahr. Vor 250 Jahren und rund 3 Monaten wurde Friedrich Hölderlin geboren. Heute vor 177 Jahren starb er in Tübingen, wo er fast die Hälfte des Lebens als amtlich anerkannter Geisteskranker gelebt hatte. Ich bringe zum Anlaß eine Strophe aus der zweiten (er hatte… Continue Reading „Eine Strophe aus dem Turm“
Am Todestag des großen Dichters Eduard Mörike bringe ich hier, auf zwei Tage verteilt, eine „Erinnerung an Friedrich Hölderlin“, die 1863 erstmals veröffentlicht wurde. Eduard Mörike Erinnerung an Friedrich Hölderlin (II) Das zweite hiemit vorzulegende Stück, ungefähr aus der Zeit jenes Porträts, ist an… Continue Reading „Mörike erinnert an Hölderlin (2)“
Am Todestag des großen Dichters Eduard Mörike bringe ich hier, auf zwei Tage verteilt, eine „Erinnerung an Friedrich Hölderlin“, die 1863 erstmals veröffentlicht wurde. Eduard Mörike Erinnerung an Friedrich Hölderlin (I) Das gegenwärtige kleine Profilbild des Dichters Friedrich Hölderlin wurde ums Jahr 1825 von… Continue Reading „Mörike erinnert an Hölderlin“
Bess Brenck-Kalischer (* 21. November 1878 in Rostock; † 2. Juni 1933 in Berlin) Aber jene Leute, Die von der Liebe Als einer Quelle tiefen Genießens sprachen. Sie waren sicher vom Mond, Vom lieben weißen Mond. Und mich trug ein hohes Verlangen, Auch ein… Continue Reading „Mondmenschin“
Heute vor 805 Jahren eroberte Tschingis Khan Peking. Vor 110 Jahren fand in Berlin der erste Abend des „Neopathetischen Cabarets statt, geleitet von Jacob van Hoddis. Vor 51 Jahren lagen Yoko Ono und John Lennon in Montreal in einem Bett und spielten das Lied… Continue Reading „Neopathetisch“
Der heutige Text ist genau, was die Überschrift verspricht: ein „unregelmäßiges Sonett“. Von heute gesehen erscheint er eigentlich ziemlich regelmäßig, nur dass es etwas breit aussieht… und 3 der 14 Verse schon optisch als noch einmal verlängert in die Augen stechen. Es ist sonst… Continue Reading „Breites Sonett“
Claire Goll (* 29. Oktober 1890 in Nürnberg; † 30. Mai 1977 in Paris) Ich erwarte unsren Tod Wie ein Kind seine Ferien: Wir werden ein Zwillingsgrab haben Dein Regen wird der meine sein Ein gleiches Klima wird unsre Herzen Erblühen machen Im vergoldeten… Continue Reading „Claire an Ivan“
Ingeborg Bachmann (* 25. Juni 1926 in Klagenfurt; † 17. Oktober 1973 in Rom) VERZICHT Meine Haut trägt noch einen Atem, meine Hand hält noch sein Geschlecht mein Mund wölbt sich noch über Mitternacht mein Begehr bist noch du Was ist mein Begehr, wenn… Continue Reading „Noch“
Alfred Grünewald (* 17. März 1884 in Wien; † 9. September 1942 in Auschwitz) Geheimnis Als sie mich fragten, woher ich kam, verriet ich keinem, von dir. Und als sie mir sagten: »Du glühst wie in Scham«, kühlt ich die Wangen mir. Und als… Continue Reading „Als sie“
Oskar Kanehl (* 5. Oktober 1888 in Berlin; † 28. Mai 1929 ebenda) Die Stadt I Wie geile Tiere aneinander gedrängt, steinerne Kasernen. Aus einem Dachstuhl steigt ängstlich und ungehörig die Sonne. Aufgespießt von einem Fabrikschornstein und rußgeschändet fällt sie zurück. Maschinenlärmbetäubt und stauberstickt… Continue Reading „Stadt“
Paul Boldt (* 31. Dezember 1885 in Christfelde, Westpreußen; † 16. März 1921 in Freiburg im Breisgau) DAS GESPENST Wie weiß der Sommer ist! Wie Menschenlachen, Das alle Tage in der Stadt verschwenden. Häuserspaliere wachsen hoch zu Wänden Und Wolkenfelsen, die mich kleiner machen.… Continue Reading „Das Gespenst“
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