Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Bruno Quandt (25. April 1887 Düsseldorf – 18. Februar 1918 München-Gladbach – heute Mönchengladbach) Hier Trupps von Streikern! Dort die Gruppe Erregter um ein Extrablatt! Hörst du nicht, wie die ganze Stadt Aufheult wie eine Autohuppe! Vom Auge bricht es. Schupp um Schuppe: Ich… Continue Reading „Los! Es brennt!“
Ulrich Koch ZWEIUNDZWANZIGSTER APRIL Ich klopfe an eine Tür. Niemand öffnet. Es geht mir ausgezeichnet. Ich schlafe alleine, ich stehe alleine auf, ich esse alleine. Ich schäme mich vor den Vögeln. Es geht mir gut. Auf der Weide steht ein Pferd. Es grast. Gleich… Continue Reading „ZWEIUNDZWANZIGSTER APRIL“
Die Dadaisten lachten über die Expressionisten – aber sie waren früher selber welche. 1916: Richard Huelsenbeck gehört zu den Mitbegründern von Dada in Zürich. Zwei Jahre früher veröffentlichte er expressionistische Gedichte wie dieses: Richard Huelsenbeck (* 23. April 1892 in Frankenau; † 20. April… Continue Reading „Wir“
Der bitteren – wohl mehr existenziellen als poetologischen – Bestandsaufnahme von 1962 sei heute ein etwas anderes Gedicht hinzugefügt. Mehr folgt im Lauf des Celanjahrs. ZRTSCH Zahniger Zorn, ich zätsche, zundere, zaibe. Es ännt hinterm Hirn, es gegittert. E-e-g! E-e-g! Ich haare, ich harsche.… Continue Reading „Zrtsch“
Hölderlinjahr, Beethovenjahr, Hegeljahr… und Celanjahr. 100. Geburtstag im November (!), 50. Todestag heute!* Ich konnte mich nicht für ein Gedicht entscheiden und beschloss, etwa fünf an fünf Tagen zu präsentieren. Es sollten nicht zu bekannte und trotzdem mich bewegende Gedichte sein, Gedichte verschiedener Arten… Continue Reading „Paul Celan 1920-1970“
Else Lasker-Schüler (* 11. Februar 1869 in Elberfeld; † 22. Januar 1945 in Jerusalem) Am 19. April 1933 verließ die Dichterin auf der Flucht vor den Nazis ihr Heimatland. DIE VERSCHEUCHTE Es ist der Tag im Nebel völlig eingehüllt, Entseelt begegnen alle Welten sich… Continue Reading „Die Verscheuchte“
Charlotte Wohlmuth (* 1880, ab 1942 verschollen; aus Marienbad deportiert und in einem Konzentrationslager ermordet) Wir Utopisten Laßt uns um das Feuer scharen, Das noch in den Herzen glimmt, Eh’ die Lippen uns erfrieren. Scheit um Scheite werfen wir, gesparte Worte, In die matte… Continue Reading „Wir Utopisten“
Maria Benemann (* 5. April 1887 in Herrnhut; † 11. März 1980 in Überlingen) Herr, nun ists Zeit Herr, nun ists Zeit. Es stehen Katastrophen, Am Horizonte wie erstarrt in Waffen. Herr, es ist Zeit, sie nun herbei zu raffen, Und ein Entsetzen in… Continue Reading „Herr, nun ists Zeit“
Rolf Dieter Brinkmann (* 16. April 1940 in Vechta; † 23. April 1975 in London) Highkuh, West Das Geld, das Schwein, die Schweinerei, der Tod. „Das Gegenteil der Mythen ein Embryo“ … Continue Reading „Highkuh, West“
Erich Arendt (* 15. April 1903 in Neuruppin; † 25. September 1984 in Wilhelmshorst) Sterben blutenfleck Flases Fassen bleichhaft schmerzer Stirne… bebe Hände flarren schwirr verstorben… strahe Blicke steinwucht weitab dumpfen hin auf fratzer Menschenlarven Erz. Lachrot glirre Sonnen bleisack stumpfen… röchelt Sticken schwell… Continue Reading „Sterben blutenfleck“
Wladimir Majakowski (*7. jul./ 19. Juli greg. 1893 in Bagdadi, Gouvernement Kutaissi, heute Georgien; † 14. April 1930 in Moskau) Nochmals Petersburg Tanzmusik fetzt in den Ohren, Nebel – grauer Schneewolf – schleicht heran mit der Kannibalenfresse eines Mohren, doch ihm schmecken weder Frau… Continue Reading „Nochmal Petersburg“
Hans Adler (* 13. April 1880 in Wien; † 11. November 1957 ebenda) AUTOBIOGRAPHISCHE NOTIZ Weiß Gott, wieso: die andern kriegen Geld! Reklame flammt für sie von den Fassaden, Der schönsten Frauen süße Seidenwaden Sind sprungbereit, sobald ihr Auto bellt. Ihr Ruhm steigt hoch… Continue Reading „Hans Adler (1880-1957)“
Franz Hodjak Osterspaziergang der holunderduft am dorfrand als memento und in den bergruinen hausen illegal verfickte kater. die tage ähneln immer mehr gepackten koffern. der kettenhund streckt unruhig die ohren in den wind. die brunnen, die einst anders rauschten, sind ausgedorrt. man rückt auf… Continue Reading „Osterspaziergang“
Wieland Herzfelde (* 11. April 1896 in Weggis, Schweiz; † 23. November 1988 in Berlin) Elegie der Jugend Wir wachsen auf wie die Schatten im Walde So zag betastend und körperlos. Wir kleben an modernder Erde Schoß Und streben nach lodernder Halde. Mit Faserhänden… Continue Reading „Elegie der Jugend“
Albert Ehrenstein (* 23. Dezember 1886 in Ottakring, Österreich-Ungarn; † 8. April 1950 in New York) Ruhm Sie besudeln das Firmament, sie werden statt ihrer Journale die Sterne bedrucken. Mich widert der faulige Atem williger Besprecheriche. Bittrer Arbeit Abendstirn spült doch ruckweise der Tod… Continue Reading „Ruhm“
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