Gelbe Blumen

Antonín Sova 

(* 26. Februar 1864 in Pacov (Patzau); † 16. August 1928 ebenda)

Gelbe Blumen

Todesäcker gelb verglimmen,
Land voll dunkler Saiten Stimmen.
Brach die Blüte wer zur Stund,
preßt’ sie auf den Fiebermund.

Hocken Greise noch am Rain,
schlucken sachte ihren Wein,
gleitet Mond von ihren Haaren,
welker, schlaffer Brüste Paaren.

Sitzen, noch dies kurze Stück —
etwas finden für den Blick —
wolln so rasch ins Feld nun doch nicht.
Gelbe Blumen rascheln knochig. —

Wolln so rasch nicht sterben. Doch nicht.

Deutsch von Uwe Kolbe. Aus: Ludvík Kundera / Eduard Schreiber (Hg.): Süß ist es zu leben. Tschechische Dichtung von den Anfängen bis 1920. München: DVA, 2006, S. 277

Žluté květy

Role Smrti ve tmách žloutnou,
kraj se chvěje Smutků loutnou.
Kdosi šel a utrh’ květ,
tisk’ jej na horečný ret.

Starci ještě na mezích
víno pijí po doušcích,
měsíc sklouzá po jich vlasu,
v prsů svislém, svadlém masu.

Ještě chvíli posedět —
na něco se zahledět —
ještě se jim v Pole nechce.
Žluté květy šumí lehce. —

Nechce se jim umřít. Nechce.

Aus: SOVA, Antonín. Vybouřené smutky. Praha : Moderní revue, 1897. s. 25.

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