Stanzenmotor

Heute vor 30 Jahren – ich meine joan –, am 15. August 1991 schreibt Ernst Jandl zahlreiche Stanzen, inspiriert von österreichischer Volksdichtung und … Rap. „mitte august 1991, während eines vom 2. august bis 1. september dauernden urlaubs in puchberg am schneeberg in niederösterreich, gelang es mir unversehens, einen motor anzuwerfen, der für eine gewisse zeit eine kontinuierlich rapide gedicht produktion ermöglichte“. Hier eine davon_

von den toten und lebenden dichtern

d’meistn dichta eh scho
san unta da ead
owa r a boa lewende brauch ma no
oes a oad von zoo

Aus: ernst jandl, werke in 6 bänden. Hrsg. Klaus Siblewski. werke 4. München: Luchterhand, 2016, S. 219

Wort-für-Wort-Übersetzung:

die meisten dichter sowieso schon
sind unter der erde
aber ein paar lebende brauchen wir noch*
als eine art von zoo

*) das r ist nur ein Einschub zwischen zwei Vokalen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: