Mitspracherecht

Linda Hogan

(…)

Da ist der Mund eines Mannes,
seine Zunge,
verschwistert dem Gras und dem Licht
und den vierbeinigen Geschöpfen.
Er spricht von einem neuen Morgen.
Er gibt den kleinen Tieren eine Stimme.
Er gibt den Adlern das Mitspracherecht.
Er spricht für die Fische.
Das Licht der Schöpfung erstrahlt.

Licht.
Helleuchtend.
Die Welt beginnt neu.

Ich will diesen Zauber nicht brechen.
Ich will, daß diese Worte ihre Kraft bewahren.
Ich will diesen Zauber nicht brechen.

Linda Hogan, von Chickasaw- und weißer Abstammung, wurde 1947 in Denver geboren. Sie ist in
Oklahoma aufgewachsen, dem Land, in das die Chickasaw aus ihren ursprünglichen Stammesgebieten im Südosten zwangsübersiedelt worden waren. Nach Abschluß des Studiums an der Universität von Colorado führte ihre Lehrtätigkeit (u. a. über indianische Literatur) die Autorin in viele Staaten der USA. Linda Hogan veröffentlichte Lyrik und Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien.
Bisher sind drei Gedichtbände von ihr erschienen. Sie ist im „American Indian Movement“ und in der Anti-Atom-Bewegung engagiert.

Aus: Auch das Gras hat ein Lied. Indianertexte der Gegenwart. Ausgewählt und übertragen von Käthe Recheis und Georg Bydlinski. Wien, Freiburg, Basel: Herder, 1988, S. 10

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