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Veröffentlicht am 1. Mai 2020 von lyrikzeitung
Frida Bettingen
(*5. August 1865 in Ronneburg; † 1. Mai 1924 in Jena)
Kriegsbild
Ein stummes Haus, die hingestürzte Bank,
der Dachstuhl brennend, mit gesenktem Bogen,
der schwarze Efeu wurzelnackt, und krank,
das Tor des Todes eisern aufgezogen.
Die roten Äpfel rösten am Spalier,
der Erntekranz darrt an gesengten Bohlen,
ein Schmetterling klebt an der Scheunentür,
irgendwo wimmert ein verstecktes Fohlen.
Am Zaun streift eine Katze, hungernd, geil,
um das Gehöfte kreisen schwer die Raben,
der Mond liegt im zerschoßnen Brunnenseil…
Wie hingemauert stehen unsre Knaben.
Aus: Frida Bettingen. Versensporn 14. Jena: Poesie schmeckt gut, 2014, S. 9 (Erstdruck)
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Frida Bettingen
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Danke für den Vers und die Info,G.Michael🙂🌞
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tieftraurig.
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