Hälfte des »Lebens«

Mit 42 stellt er fest:
Da war kein Abenteuer
Einmal im Jahr Familienfest
Zum Sommeranfang Steuer.

Der Reifenwechsel kommt im Lenz
Im Herbst dann gleich schon wieder
Zweimal im Jahr ist die Frequenz
Dazwischen blüht der Flieder.

Den Müll stellt er am Morgen raus
Er würde sonst wohl stinken.
Sein Standing, Quatsch: Prestige im Haus
Möglicherweise sinken.

Er mag das Bier, er ißt gern viel
Und schimpft auf die Regierung,
Er träumt von Sieg und Liebesspiel
Am Rücken: Tätowierung

So sitzt er schwer am Thekenplatz
Und seufzt: alles beim Alten
Er ordert noch ein Bier und denkt:
So will ich’s immer halten.

Gunnar Homann, Preisträger des Großen Dinggang 2017, gelesen beim Finale am 13. Mai.

In: Peter P. Neuhaus (Hrsg.): Der Große Dinggang. Ein Preis für Komische Lyrik. Das Beste vom Guten 2017. Menden (Sauerland): Katastrophenkultur e.V., 2017

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