Eine Romantik, mit gängigen Wortwendungen, „normalen“ Reimen und Metren

Das Buch, dem legendären russischen Lyriker Dmitri Venevitinov (1805–1827) gewidmet, ist eine sehr erfreuliche Erscheinung. Denn ein Stückchen Oligarchengeld ist nicht für Yachten, Fußball-Klubs und Villen ausgegeben worden, sondern für die Kultur – in diesem Falle für die deutsche, weil Michail Prochorows Stiftung „Transcript“ die Bekanntschaft des deutschen Lesepublikums mit einer sehr interessanten Episode der russischen Kulturgeschichte sponserte. Seien wir gerecht, Prochorow hat auch im Inland große Verdienste – durch seine Unterstützung existiert seit 25 Jahren die beste russische philologische Zeitschrift, „Neue Literaturrundschau“, von Prochorows Schwester Irina geleitet. (…)

Die Gedichte in unserem Band sind in freier Nachdichtung von Hendrik Jackson vorgelegt. Sehr viele schöne Stellen, die vom lyrischen Talent Jacksons zeugen, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die poetische Technik von Venevitinov eine ganz andere war – eine Romantik halt, mit gängigen Wortwendungen, „normalen“ Reimen und Metren und meist weniger originellen Bildern. Die Rohübersetzungen der Gedichte gibt es auch, man kann sie im Kommentarteil nachlesen. Aufsätze, Briefe – alles, was dieses kurze Leben an Spuren hinterlassen hat … / Oleg Jurjew, Frankfurter Rundschau

Dmitri Venevitinov: Flügel des Lebens. Lyrik, Prosa, Briefe: Gesammelte Werke. A. d. Russ. v. Hendrik Jackson u. Dorothea Trottenberg. Ripperger & Kremers, Berlin 2016. 264 S., 22,90 Euro.

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