Gestorben: Yves Bonnefoy

Wie das Collège de France in Paris mitteilte, starb der französische Dichter, Übersetzer und Kunstkritiker Yves Bonnefoy gestern im Alter von 93 Jahren. Er galt als einer der bedeutendsten französischen Lyriker der Nachkriegszeit. Bonnefoy schrieb Essays über Künstler wie Picasso, Balthus, Giacometti oder Mondrian und erzählende Texte, übersetzte Theaterstücke von Shakespeare und Gedichte von John Keats.

„Die Aufgabe des Dichters ist es, einen Baum zu zeigen, bevor uns unser Intellekt sagt, das ist ein Baum“, schrieb er.

Sein erstes Gedicht veröffentlichte er 1946 in der surrealistischen Zeitschrift La Révolution la nuit. Aber die Nähe zum Surrealismus dauerte nicht lange. Er erkannte an, daß der Surrealismus das Denken von der Zwangsjacke der Gesetze und Dogmen befreit habe, aber warf Breton vor, sich zu Gunsten eines gewissen „Okkultismus“ vom Wirklichen entfernt zu haben. Nicht eine unwahrscheinliche Surrealität wolle er umarmen, sondern wie der von ihm bewunderte Rimbaud die rauhe Wirklichkeit“. 1947 brach er endgültig mit Breton und seiner Bewegung. Trotzdem leugnete er nie seinen Einfluß: besonders die Öffnung zum Traum und den Zugang zu „großen, wilden, unberechenbaren Bildern“. / Amaury da Cunha, Le Monde

Bonnefoy in L&Poe

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