Der Gott, den es nicht gibt

Über Jahrzehnte war das Sprechen über Gott in der Gegenwartsliteratur verpönt. Die moderne Dichtung sei für Gottes-Diskurse nicht mehr zuständig, quasi aus der Kirche ausgetreten. Christian Lehnert widerspricht ausdrücklich der Position Gottfried Benns, der Gott als „schlechtes Stilprinzip“ bezeichnete. Der diskrete Metaphysiker Lehnert zeigt in seinen stilsicheren Gedichten das Gegenteil – und stellt sich in den folgenden Zeilen bewusst in die Tradition eines Angelus Silesius.

„Der Gott, den es nicht gibt, in mir ein dunkler Riss,
Ist meiner Seele nah, so oft ich ihn vermiss.“

/ Burkhard Reinartz, DLF

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