Die Behörden tolerieren nur eine Meinung, ihre

Der ägyptische Schriftsteller Ahmed Naji, 30 Jahre alt, gilt als experimentelle Stimme der jungen ägyptischen Literatur. … Derzeit steht der Autor, der auch als Kulturjournalist unter anderem für die staatsnahe Wochenzeitung Akhbar al-Youm arbeitet, wegen sexueller Passagen in einem seiner Bücher vor Gericht. Mounia Meiborg sprach mit ihm für die Süddeutsche Zeitung, 21.12.

Unter dem früheren Präsidenten Hosni Mubarak gab es zwar auch Angst, aber auch gewisse Freiräume. Jetzt gibt es die nicht mehr. Die Behörden akzeptieren keine Meinung, die ihnen nicht gefällt.

Nach den Anschlägen von Paris ist Europa für Schriftsteller aus der arabischen Welt unzugänglicher.

Frankreich hat als Erstes seine Grenzen geschlossen – was unlogisch ist, weil die Anschläge von innen kamen. Ich sollte eigentlich im Januar für eine Buchtour nach Frankreich reisen. Jetzt bekomme ich kein Visum. Ein saudischer Geschäftsmann, der ein islamisches Zentrum in Frankreich oder Deutschland bauen will, hat keine Probleme. Aber für Künstler aus Ägypten, Syrien oder Libanon ist es seit Jahren fast unmöglich, Visa zu bekommen. Absurd finde ich auch, wie lasch die europäischen Sicherheitsbehörden mit Syrien-Rückkehrern umgehen. Als Däne kannst du nach Syrien gehen und Leute abschlachten. Dann kommst du zurück und trinkst in aller Ruhe dein Bier.

 

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