Dichter zum Tode verurteilt

In Saudi-Arabien wurde der palästinensischstämmige Dichter Ashraf Fayadh (35) wegen Beleidigung des Islam zum Tode verurteilt. Fayadh, ein führendes Mitglied der saudischen Kunstszene, der saudische Kunst in Großbritannien bekannt gemacht hat und 2013 eine Ausstellung in Venedig kuratierte, wurde zuerst im August 2013 von der Religionspolizei verhaftet. Er war angezeigt worden wegen Lästerung Allahs und des Propheten, Beleidigung Saudi-Arabiens und Verbreitung eines Gedichtbands, der den Atheismus verbreite. Er wurde auf Kaution freigelassen, aber am 1. Januar 2014 erneut verhaftet. Im Februar stand er vor Gericht, zwei Mitglieder der Religionspolizei (mutaween) warfen ihm öffentliche Gotteslästerung, Verbreitung von Atheismus bei Jugendlichen und unerlaubte Beziehungen zu Frauen vor. Fayadh bestritt die Vorwürfe, sagte, er sei ein frommer Moslem, die Frauen, deren Fotos man auf seinem Handy „entdeckt“ habe, seien befreundete Künstler, die Fotos stammten von der Kunstwoche in Jeddah. Das Gericht verdrehte seine Worte und behauptete, er hätte die Beziehung zu den Frauen zugegeben. Es verurteilte ihn zu 4 Jahren Haft und 800 Peitschenhieben.
Dann sagte man ihm, es würde einen neuen Prozeß mit anderen Richtern geben. Er konnte keinen Anwalt nehmen und der neue Richter sprach nicht einmal mit ihm, sondern teilte ihm nur das auf Todesstrafe geänderte Urteil mit. / David Batty, Guardian

Mehr:

  • Western ally Saudi Arabia sentenced a Palestinian poet to death for renouncing Islam, salon.com
  • Urteil wegen Glaubensabfalls. Lyriker in Saudi-Arabien zum Tode verurteilt, Neue Zürcher Zeitung

6 Comments on “Dichter zum Tode verurteilt

  1. Hat dies auf 中国大好き rebloggt und kommentierte:
    TODESURTEIL

    TODESURTEIL
    TODESURTEIL WEGEN GLAUBENSABFALLS
    ÜBER EINEN DICHTER
    WEGEN EINES GROSSEN GLAUBENSABFALLSHAUFENS
    ÜBER
    EIN LAND

    MW November 2015
    Todesurteil für einen Dichter in Saudi-Arabien, Nachricht vom 21. 11. 2015 (siehe Reuters, Guardian, NZZ, Lyrikzeitung & Poetry News etc.)

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  2. ich bin erschüttert. Ich glaube kaum Onlinekampagnen was bringen, „avaaz „fine ich nicht so seriös wie „campact“, da letztere mehr Mitmach-Aktionen anbieten und weniger den „gutes-Gewissen-anklicken“-Trend fördern. Solange Fajadh lebt, gibt es die Chance, etwas gegen das Todesurteil zu tun. Ich fürchte nur, dass wenig Zeit bleibt, da er schon lange in Haft ist, wie ich dem Artikel zu entnehmen glaube.

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