Gedichte im Minenfeld

Eine Nachricht aus Irak, die ist zwar ein paar Wochen alt, aber immer noch, leider immer aktuell:

France 24 erzählte eine unwahrscheinlich klingende Geschichte von Irakern, die darangingen, in einem Minenfeld mit den Mitteln der Kunst gegen die in ihrem Land herrschende Gewalt aufzutreten und dem Tod zu trotzen. 28 Millionen Minen gibt es im ganzen Land verteilt. „Wir haben die Minen [für unsere Aktion] ausgewählt, da ein Viertel der Landminen der Welt auf irakischem Boden liegt. Das ist schrecklich! Aber die Gewalt wird bei uns banalisiert, man nimmt sie gar nicht mehr wahr“, erklärt die Dichtergruppe. „Für gewöhnlich schreiben die Dichter. Die irakischen Dichter schreiben viel über Anschläge und Tod. Aber uns reicht es nicht, zu reden. Wir glauben, um das Unsägliche sagen zu können, muß man vom Wort zur Tat schreiten. Wir müssen uns dem Tod aussetzen, statt nur darüber zu reden.“

Man kann Gedichte auch auf dem Minenfeld oder im Wrack ausgebombter Autos vortragen. „In Irak gibt es an jedem Stadtrand einen Autofriedhof mit den Überbleibseln der Bombenanschläge.“ Also veranstalteten sie eine Aktion auf einem dieser Autofriedhöfe. Oder eine Lesung von einem Krankenwagen aus, mit bandagierten Körpern, um die Auswirkungen der Anschläge zu simulieren. / ActuaLitté

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: