Bloopers

blooper: Versprecher {m}
blooper [coll.]: Schnitzer {m} [ugs.] [grober Fehler]
blooper [esp. Am.]: Outtake {n} [herausgeschnittene (komische) Szene]film
blooper [esp. Am.] [coll.]: Panne {f} [Missgeschick]
Missgeschick {n}: Patzer {m} [ugs.] Ausrutscher {m} [ugs.]
blooper [Am.]: Stilblüte {f}
blooper [Am.] [coll.]: peinlicher Fehler {m}

Schreibt die Leipziger Volkszeitung:

Als auf der Leipziger Buchmesse im März die Lyrik gar nicht genug gelobt werden konnte, weil Jan Wagner mit einem Gedichtband den Belletristik-Preis gewonnen hat, während die Branche also sich einen neuen alten Trend zusammenreimte, (…)

O wirklich? Hat „die Branche“ auf den Busch geklopft, sich nicht eingekriegt und sich Hoffnungen gemacht? Hat Daniela Seel von einer „mittleren Sensation“ gesprochen, die „die Lyrik zum Erfolg“ gebracht habe? Hat Johannes Frank das Wort „Lyriktriumph“ geprägt? Urs Engeler es einen „Sieg für das Gedicht“, Christian Lux es einen „Paukenschlag“ genannt? Hat Bertram Reinecke von einem „Sieg in der Königsklasse“ geschwätzt, Andreas Heidtmann „Mehr Licht für die Lyrik“ getitelt, Julietta Fix gejubelt, es gehe „ein Raunen durch die literarische Republik“? Hat Ulf Stolterfoht behauptet, nun sei „das Machtgefüge zwischen Roman und Gedicht“ auf den Kopf gestellt, Helge Pfannenschmidt, nun steche die Lyrik die Prosa aus? Usw. usf. Nein, all das war nicht der Fall. Es waren Journalisten und Kritiker von dpa, FAZ, Stern, Welt, Spiegel & Co., die sich und ihre unschuldigen Leser in einen kurzen Rausch hineinredeten, bevor sie sich wieder wichtigeren Dingen zuwendeten.

2 Comments on “Bloopers

  1. „gar nicht genug gelobt werden“ – irgendwann aber ist es auch wirklich genug, spätestens nach ein paar tagen sollte es auch mal reichen, gut sein, zumindest vorläufig, man kann es auch übertreiben. ist dann richtig so, das als aufhänger anzuführen bei der prosa, die da geschrieben und vorgestellt wurde von einer lyrikerin, und nicht nur, weil ein artikel doch irgendwie angefangen werden muss, und aller anfang ist, bekanntlich, schwer, da kann man es sich ruhig leichter machen, sondern auch, weil das immer auch eine grundsatzfrage ist, immer, was wieso geschrieben wird, das beweist letztlich was.

    Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: