34. Boris Pasternak

Am 10. Februar 1890 (nach dem damals in Rußland geltenden julianischen Kalender wars ein 29. Januar), heute vor 125 Jahren, wurde der Dichter Boris Pasternak geboren. DLR schreibt:

… der vielfältig begabte Künstler geht 1912 nach Marburg, um Philosophie zu studieren, bevor ihn die Begegnung mit moderner Lyrik zu seiner wahren Berufung führt, wie Susanne Frank, Professorin für Ostslawische Literaturen an der Berliner Humboldt-Universität, erklärt:

„Der Futurismus war eigentlich eine erste ganz wichtige Etappe, er war sehr, sehr inspiriert von Majakowski in den 10er-Jahren, und hat versucht, dann angeregt durch die futuristischen Gedichte, selbst zu schreiben. Aber so richtig futuristisch wurde das eigentlich nicht, weil es zu wenig experimentell, zu wenig krass experimentell war.“

Einen ganz eigenen Ton findet er mit dem Band „Meine Schwester, das Leben“. Die Sammlung entsteht im Sommer 1917 zwischen Februaraufstand und Oktoberrevolution, kann jedoch erst 1922 nach den Wirren des Bürgerkriegs veröffentlicht werden. Diese Gedichte voller kühner Bilder treffen bei Kritik und Publikum auf begeisterte Zustimmung:

„Eine schwüle Nacht

Es tröpfelte, doch standen stille
Die Gräser im Gewittersack,
Der Staub nur schluckte es zu Pillen,
Eisen in sachtem Pulver nackt.

Nicht hoffte da sein Heil zu finden
Das Dorf, Mohn war wie Ohnmacht tief.
Der Roggen brannte in Entzündung,
Gott schwoll im Ausschlag, fieberte.“

In den Jahren des stalinistischen Terrors lebt Pasternak von Übersetzungen fremdsprachiger Literaturen. So bemüht er sich um Dichtung aus dem Kaukasus, jener beinahe mythischen Gegend, die in der klassischen russischen Literatur des 19. Jahrhunderts eine so wichtige Rolle gespielt hat … / Florian Ehrich

Pasternaks Gedicht „Der Nobelpreis“ im Original und zwei deutschen Fassungen bei Textkette

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