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Veröffentlicht am 4. April 2014 von lyrikzeitung
Popps Leitfrage lautet: Wie weit lässt sich das Projekt der Poetisierung der Welt heute noch treiben, sofern man beidem gleich gerecht werden will? Wohl bis zu jenem Punkt, an dem „die Sprache an der Welt zerbricht“. Dabei geht es weniger ums pralle Erleben als um die Freude an der Strategie, die für ihn durchaus mehr ist: Poesie als Lebensform. „Nur, was wir in poetische Praxis umsetzten, kann guten Gewissens als anthropologisch gemeistert gelten.“ Ist ein solches Schreiben symptomatisch für die im Kookbooks-Verlag verlegte „Neue Berliner Avantgarde“, gar für eine „Kookbooks-Ästhetik“? – fragte SWR-Programmchef Werner Witt die Verlegerin Daniela Seel.
Im Berliner Verlag dominiere die Vielfalt. „Sprachbesessenheit“ aber, so Seel, teilten alle Kookbooks-Autorinnen und Autoren. Auch Monika Rinck gehört dazu, die Preisträgerin des vergangenen Jahres. Sie faszinierte am Donnerstagmorgen mit weiteren ihrer famosen „Honigprotokolle“ – hochsubtile, teils burleske Wortgebilde, an denen die Gedanken kleben. Trotz ihrer Länge und einer beinahe überfordernden Dichte beeindruckte auch die einfühlsame Laudatio der Wiener Literaturwissenschaftlerin Theresia Prammer. Sie lobte den „unverwechselbaren Größenwahn des ironischen Maximalisten“ Popp, dessen Lyrik nichtsdestoweniger „mitten im Leben“ verortet sei. / Stefan Tolksdorf, Badische Zeitung
SWR -2 Radio sendet ein Porträt Popps am Samstag, 5.4. um 17.05 Uhr.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Daniela Seel, Monika Rinck, Peter-Huchel-Preis, Stefan Tolksdorf, Steffen Popp, Theresia Prammer, Werner Witt
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