63. Unsi al-Hadj

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Unsi al-Hadj

(Arabisch: أنسي الحاج‎; andere Transkriptionen: Unsî al-Hâdj, El Hajje, Ounsi El-Hage, el-Hajj) (1937 – 18.2. 2014), libanesischer Schriftsteller.

Leben

Unsi al-Hadj wurde 1937 in Kaitouli, Jezzine im Süden Libanons geboren. Er besuchte eine französische Schule in Beirut, anschließend die “La Sagesse” High School. Seit 1954 veröffentlichte er Kurzgeschichten, Essays und Gedichte in Literaturzeitschriften. Er schrieb für die Zeitungen Al Hayat (seit 1956) und An Nahar. 1964 gründete er “Al Mulhaq“, die wöchentliche Kulturbeilage von An Nahar. 1992-2003 war er Herausgeber von An Nahar. 1957 beteiligte er sich mit Youssef Khal und Adonis an der Gründung der Lyrikzeitschrift „Shi’r“. 1960 erschien sein erster Gedichtband „Lan“, das erste Buch mit Prosagedichten in arabischer Sprache. Er gilt auch als erster surrealistischer Dichter in arabischer Sprache und hatte großen Einfluß auf jüngere arabische Dichter. 1963 begann er Theaterstücke ins Arabische zu übersetzen und Bücher für das Theater zu bearbeiten, u.a. von Shakespeare (etwa 10 Stücke), Ionesco, Arrabal, Camus und Brecht. Damit wurde er zum Initiator der libanesischen Theater-Avantgarde. Er übersetzte auch zahlreiche weitere Bücher, u.a. von André Breton, Antonin Artaud, Jacques Prévert. Zum Tod André Bretons schrieb er einen Nachruf mit der Überschrift: „Der König der Djinns starb in Paris“. Seine Gedichte wurden ins Französische, Englische, Deutsche, Italienische, Spanische, Portugiesische, Armenische und Finnische übersetzt.

Bibliographie

Gedichtbände

  • Lan (Niemals, 1960)
  • Der abgehackte Kopf (1963)
  • Die Vergangenheit der zukünftigen Tage (1965)
  • Was hast du mit dem Gold, was hast du mit der Rose gemacht? (1970)
  • Die Prophetin mit den Haaren lang bis zur Quelle (1975)
  • Das Gastmahl (1994)

Essays

  • Wörter, Wörter, Wörter, 3 Bände (1988)
  • Ringe [Aphorismen], 2 Bände (1997). Ein dritter Band ist angekündigt.

Auf Französisch

  • Éternité volante (Fliegende Ewigkeit). Einleitung Abdel Kader Janabi. Arles 1997.

Auf Deutsch

  • Unsi al-Hadj: Die Liebe und der Wolf. Die Liebe und die andern. Gedichte. Übersetzt von Heribert Becker und Khaled al-Maaly. Berlin: Das Arabische Buch, 1998.

In Anthologien

  • Heribert Becker, Edouard Jaguer, Petr Král (Hrsg.): Das surrealistische Gedicht. Frankfurt/Main: Zweitausendeins/ Museum Bochum. 1985. 2. Aufl. 1986. 3., korr. u. erw. Aufl. 2000.
  • Al-Maaly, Khalid: Zwischen Zauber und Zeichen. Moderne arabische Lyrik von 1945 bis heute. Berlin: Das Arabische Buch, 2000. 486 S. ISBN 386093242X.
  • Weidner, Stefan (Hrsg.): Die Farbe der Ferne: moderne arabische Dichtung. (Neue orientalische Bibliothek). München: C.H. Beck, 2000. 295 S. ISBN 3406458602
  • Taufiq, Suleman (Hrsg.): Neue arabische Lyrik. hrsg. und übers. von Suleman Taufiq, dtv ; 13262. München: Dt. Taschenbuch-Verl., 2004. ISBN 9783423132626

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