35. Deutsche Schrift für Deutsche

Studenten sind sprachmächtig und gedankenvoll oder jedenfalls arbeiten sie daran. 1933 gingen sie den Professoren voran und verlangten ein Ende des undeutschen Geistes, Auszüge:

3. Reinheit von Sprache und Schrifttum liegt an Dir! Dein Volk hat Dir die Sprache zur treuen Bewahrung übergeben.

4. Unser gefährlichster Widersacher ist der Jude, und der, der ihm hörig ist.

5. Der Jude kann nur jüdisch denken. Schreibt er deutsch, dann lügt er. Der Deutsche, der deutsch schreibt, aber undeutsch denkt, ist ein Verräter! Der Student, der undeutsch spricht und schreibt, ist außerdem gedankenlos und wird seiner Aufgabe untreu.

6. Wir wollen die Lüge ausmerzen, wir wollen den Verrat brandmarken, wir wollen für den Studenten nicht Stätten der Gedankenlosigkeit, sondern der Zucht und der politischen Erziehung.

7. Wir wollen den Juden als Fremdling achten, und wir wollen das Volkstum ernst nehmen.

Wir fordern deshalb von der Zensur:

Jüdische Werke erscheinen in hebräischer Sprache. Erscheinen sie in deutsch, sind sie als Uebersetzung zu kennzeichnen.
Schärfstes Einschreiten gegen den Mißbrauch der deutschen Schrift.
Deutsche Schrift steht nur Deutschen zur Verfügung.
Der undeutsche Geist wird aus öffentlichen Büchereien ausgemerzt.
Flugblatt der Deutschen Studentenschaft, 1933. Quelle: Wikisource

 

Ich probiers mal in meiner noch unvollkommenen Schriftkenntnis mit einer Zeile des Juden Heine. Transkribiert aus dem Jüdischen:

 

Ich weiß nicht was soll es bedeuten

 

יך באיס ניכט באס זול עס באדאיטנ

One Comment on “35. Deutsche Schrift für Deutsche

  1. „Iran: Statt Bücherverbrennung Internetzensur“ berichtet Rubina Möhring dankenswerter Weise im Standard und zählt die jüngsten Fälle von Filterung, Website-Verbot und Verhaftung regimekritischer Journalisten auf http://derstandard.at/1363710682243/Iran-Statt-Buecherverbrennung-Internetzensur
    Tatsächlich ist es um die unabhängigen iranischen Verlage nicht weniger schlimm bestellt: zur kürzlich beendeten 26. Teheraner Buchmesse wurden renommierte Verlage wie Cheshmeh, Rowzaneh oder Roshangaran & Women’s Publishing erst gar nicht zugelassen. http://www.rahesabz.net/story/69653/
    Abgesehen von der erdrückenden Zensur, die der Guardian mit eindrucksvollen Beispielen belegt, machen Inflation und steigende Papierpreise (bis zu 70% in den vergangenen anderthalb Jahren) unabhängigen Verlegern auf „natürliche“ Weise den Garaus. http://www.guardian.co.uk/world/2012/may/02/tehran-international-book-fair-crackdown

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