11. Warum nicht kämpfen?

„Ganze Bibliotheken wurden über John Ashbery geschrieben“, sagte mir der Kritiker Harold Bloom. „Ich finde das einfach albern. Es geht alles um die Idee, daß er ein französischer Dichter ist, der auf Englisch schreibt. Oder daß er ein Sprachpoet (language poet) ist. Das ist alles Blödsinn.“

„Ich denke nicht, daß man John in das Schubfach einer speziellen Schule stecken sollte“, sagte Alice Quinn, frühere Lyrikredakteurin des New Yorker. „Ich glaube, er zeigt uns eher was poetisches Denken ist. Es ist zugleich chaotisch und kohärent. Es gelingt ihm, eine Menge des handgreiflichen Lebendigseins einzufangen.“

Seine Verleumder sagen, er ist zu kompliziert. Seine Fans sagen die Gegenpartei weiß nicht, wie man Gedichte liest.

„Klar kämpfen die Leute mit seinen Gedichten“, sagt Paul Muldoon, Frau Quinns Nachfolger beim New Yorker, in einer eMail. „Warum auch nicht? Wir kämpfen um zu gebären und um geboren zu werden. Wir kämpfen um Sex. Einige von uns sogar um zu sterben.“

/ Michael H. Miller sprach mit John Ashbery, New York Observer

Im Frühjahr erscheint John Ashberys „Flow Chart“ in der Luxbooks-Reihe „Americana“.  Ein Langgedicht von 500 Seiten, das als zentrales Spätwerk des Amerikaners gilt, auf deutsch jedoch bislang unveröffentlicht blieb.

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