129. Des Ostens

Ist schon eine Weile her, aber immer noch doof:

Die doofe taz diffamierte den unlängst verstorbenen Lyriker Wolfgang Hilbig in ihrem Nachruf als „Charles Bukowski des Ostens”. / webmoritz

Wer das nicht glauben mag, hier:

4. Juni 2007 – Es war nur eine Frage der Zeit, dass Wolfgang Hilbig, dieser Charles Bukowski des Ostens, im Westen entdeckt werden musste. Er stieß dort 

Das ist nicht nur doof, das ist der größte denkbare Blödsinn zum Thema. Dank Netzverbreitung nun aber unsterblich.

Geht natürlich auch mit anderen:

16. Sept. 2009 – Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan ist der Charles Bukowski des Ostens: hart, abgründig und unendlich ehrlich, wenn es darum geht, 

Ich probiere das auch mal, ah:

Die taz ist die Junge Welt* des Westens

Naja, mäßig. Aber immer noch treffender als der ihr Scheiß.

*) Natürlich die bis 1989

Geistige Gummibärchen ist eine Kolumne zur Poesie des Medienspeak.

13 Comments on “129. Des Ostens

  1. … oder der Gryphius der sciencefictionistisch-andreasschen Apokryphen — womit der krumme Kreis irgendwann geschlossen wäre …
    Und: — siehe oben — (lieber Jan): Hilbig als „der Pole Russlands“ ist gut; Hilbig als Hilbig ist besser, Hilbig als Hüllbüsch ist immerhin denkbar, Hilbig als Hilb-Ich einigermaßen sicher.

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  2. der Hilbig-Bukowski-Vergleich hat wahrscheinlich irgendein verdruckstes Marketing in der Hinterhand. Verkaufzahlensteigerung der Bücher des einen oder des Anderen, weißdergeier –
    Leipzig ist, glaubt der Spiegel, ‚das bessere Berlin‘, wahrscheinlich weil sich die Reichen im für sie gestylten Prenzlauer Berg anfangen zu langweilen und andere Gegenden verhunzen (lassen) wollen –

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      • laut hegel bin ich notwendig ein anderer, sonst könnte ich nicht identisch sein, also kein bewußtsein meiner selbst entwickeln. denn nur im anderen kann ich mich selbst als anderen, der ich notwendig bin, erkennen. ein isoliertes ich käme nie zum bewusstsein seiner selbst, es würde sich notwendig als einziges missverstehen. das natürlich ist „bewusstseinslogik“ quine würde das ganz anders erklären. oder danto, vielleicht der ergibigste analytische philosoph (wenn man das so sagen darf) das thema aber ist eines der spannenden, die es gibt. auch und dann noch psychoanalytker und strukturalisten. lacan piaget, althusser, herrlich ist es dem nachzugehen, am ende freilich goethe: steck deinen kopf in tausend locken, stell deinen fuß auf ellenhohe socken, du bist am ende, was du bist… oder so. naja das sacht der deibel

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  3. Bukowski, dieser schnoddrige Großstadtpoet – eher kommen mir, was die dichterische Verwandschaft im „Osten“ angeht, Gedichte von Uwe Hübner in den Sinn, die durchaus kauzig und selbstironisch …

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