90. Schlechte Aussichten

Ökonomisch gesehen ist es keine gute Idee, Dichter zu werden. Abgesehen vielleicht von Billy Collins kann kein amerikanischer Lyriker vom Gedichtschreiben leben. Das liegt daran, daß es praktisch keinen Markt für Lyrik gibt außer den Lyrikern selber.

Zweitens haben sich die Chancen, Gedichte zu veröffentlichen, entscheidend verschlechtert, obwohl sie schon vorher nicht gerade berauschend waren. Die großen Verlage interessieren sich nicht für Gedichtbände und die kleinen verlangen zunehmend einen Eigenanteil bei Satz, Druck, Werbung und manchmal sogar Finanzierung.

Drittens, und vielleicht am wichtigsten: Wenn man Gedichte schreibt, um den quasi mythischen sozialen Status zu erreichen, den man etwa mit Allen Ginsberg verbindet, bewegt man sich auf Gleisen, die schließlich in Frustration und Enttäuschung enden. / Colin Dabkowski, Buffalo News

 

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: