44. Dichter im öffentlichen Raum

Der öffentliche Raum heißt so, weil er in Grenzen öffentlich genutzt werden darf. Die Grenzen sind gegeben durch Gesetze und Gewohnheitsrechte, sonst aber durch die Verwaltung. Die bestimmt im Zweifel die Toleranzgrenzen. Shit happens, sagen die Amerikaner, es geschieht auch in Europa. Hundeshit gehört zum öffentlichen Raum, zu Kinderspielplätzen zum Beispiel, da ist die Verwaltung meist machtlos. Wer privat baut, beschert Nachbarn und Passanten Staub, Lärm und dreckige Bauzäune, das gehört dazu, muß also meist hingenommen werden. Werbung, auch dem und jenen bis zum Ekel widerwärtige, gehört zum Geschäftsleben und muß hingenommen werden wie die Gesichter und Parolen der Politiker jeder Couleur. Helmut Seethaler gehört nicht dazu, nicht in Wien. Der als „Zettelpoet“ bekannte Wiener wird seit vielen Jahren von den Wiener Verkehrsbetrieben und der Verwaltung verfolgt. Seine Gedichtzettel und mit Kreide geschriebenen Zeilen überschreiten die Toleranzgrenzen. Der mehrfach Vorbestrafte und noch viel mehr von Strafanzeigen Verfolgte kündigt zum wiederholten Mal Renitenz an. Eben mit einer per Twitter und Facebook verbreiteten SELBSTANZEIGE:

Oeffentliche SELBSTANZEIGE: ich entscheide mich, die verbreitung meiner gedichte trotz vorstrafen weiterzufuehren: ich beschreibe wieder schmutzige gehsteige+desolate bauwaende mit entfernbaren stiften: hseethaler@gmx.at

Alle Freunde der Poesie und überhaupt des freien Wortes und (vielleicht ist das ein Synonym) alle, denen das Konzept des öffentlichen Raums etwas bedeutet, sollten ihm Solidarität erzeigen, seis durch öffentliche Bekundung, durch materielle Zuwendung oder durch ein Lächeln.

(Ein Literaturwissenschaftler sagte mir neulich: aber es sind doch schlechte Gedichte. Mit Verlaub, das ist mir zuviel Zartsinn. Nicht nur weil die Maßstäbe immer strittig und, wo als unstrittig behandelt, immer autoritär sind. Vor allem aber: seit wann ist es Aufgabe des Lesers, die Verwaltung zu unterstützen? Gilt in Wien wie in Preußen, an Isar, Neckar, Pleiße und überall. WIR SIND DIE ÖFFENTLICHKEIT!)

In L&Poe: https://lyrikzeitung.com/tag/helmut-seethaler/

2 Comments on “44. Dichter im öffentlichen Raum

  1. Urteil wegen
    GEDICHTE-SCHREIBEN
    mit abwaschbarem, nicht wetterfestem
    stift auf gehsteig

    VORM wiener MUSEUMSQUARTIER

    von hoechstgericht bestaetigt:

    2 monate!
    Bedingt auf 3 jahre…

    Schreib ich noch
    EINES meiner gedichte auf schmutzige gehsteige+desolate bauwaende:
    diese 2 monate und weitere: unbedingt!! Mit sofortigen strafantritt…

    http://www.facebook.com/zetteldichter http://www.twitter.com/zetteldichter http://www.twitter.com/helmutleopold +auf google.

    tel.0043 (0)1 330 37 01 http://www.hoffnung.at

    http://helmutseethaler.jimdo.com
    ————————–
    Kleine freiheiten halten kleine leute klein:
    Und davon ab, der kleinheit zu entkommen.
    helmut seethaler
    —————————-

    Das machen alle:
    Sagen alle:
    Die allen alles:
    Nachmachen.

    hseethaler@gmx.at

    AUF DEM WEG ZUM EIGENTLICHEN:

    Stolpere ich ueber zu frueh Resignierende.

    Und sie lassen mich nicht weiter:
    Sie graben mit ihrer noch spaerlich vorhandenen kraft fallgruben, die ich immer zu spaet erkenne.

    Und manchmal glauben sie schon, ich komme nicht mehr hoch.
    Doch was fuer seltsames geschrei, wenn sich dann meine haende wieder langsam aus der grube hervorheben und bald darauf den ganzen koerper mit sich ziehen. Ein kurzer blick zu euch, fast ein laecheln, ein nicken.

    Noch gibt es mich. Noch habe ich nicht resigniert.
    Noch ist die zeit des lebens nicht zuende.

    helmut seethaler

    ————————
    287.Denk-Zettel

    Je mehr angepasste
    Umso leichter
    Wird es
    Fuer die anpasser.

    Je mehr angepasste
    Umso schwerer
    Wird es
    Fuer die
    Nicht-Angepassten
    Der anpassung
    Zu entkommen.

    Helmut Seethaler

    ANGST,
    weil ich in einer demokratie wegen dem bestraft und monatelang eingesperrt werde,
    das ihr kennzeichen ist:
    hseethaler@gmx.at

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  2. Beginne wieder, auf schmutzige gehsteige+desolate bauwaende mit nicht wetterfestem stift meine gedichte zu schreiben: obwohl ich dafuer vor kurzem zu 2 monaten gefaengnis verurteilt wurde.

    hseethaler@gmx.at

    http://www.facebook.com/wiener-zetteldichter

    http://www.twitter.com/zetteldichter
    http://www.twitter.com/helmutleopold

    http://www.helmutseethaler.jimdo.com ….texte+infos ueber deren folgen auf anrufbeantworter: 00043 (0)1 330 37 01

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