93. Zuhören

Zum 80. Geburtstag des nigerianischen Schriftstellers Chinua Achebe schreibt Volker Breidecker:

Auf ‚Things fall apart‘ folgten vier weitere Romane, Kurzgeschichten, Kinderbücher sowie Essays, deren berühmtester den inhärenten Rassismus von Joseph Conrads kanonischem Afrikaroman ‚Herz der Finsternis‘ sezierte. Nur während des grausamen Bürgerkriegs in seinem Land um die abgefallene Provinz Biafra (1967-70) verstummte der Prosaautor, an dessen Stelle der Lyriker aber einen großen Korpus von Gedichten schuf. Achebes Verhältnis zu Nigeria war und bleibt problematisch. Gegenüber der moralischen Verkommenheit der Eliten seines Heimatlandes fand er stets deutliche Worte. Als er im Jahr 2002 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wurde, sagte er in seiner Dankesrede, die Auszeichnung habe ihm das Leben gerettet. …

Europa und Afrika? Die ‚Tatsache, dass es da zwei gibt und nicht bloß eines‘, sagt Achebe zum Lobe der Diversität, sei doch eigentlich ‚äußerst produktiv‘. ‚Nur zu zweit kann man ein Gespräch führen.‘ Da wäre es an der Zeit, einander zuzuhören. / SZ 16.11.

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