102. Fliegender Esel

10 der von Ralph Dutli erstmals übersetzten Fatrasien (L&Poe 2010 Jul #82. Erfindung des Surrealismus) wurden in der FAZ vom 17.7. abgedruckt, und warum nicht 11? Spielt diese Zahl doch eine zentrale Rolle bei dieser eigenartigen Textgattung. Dutli schrieb:

Die Fatrasie ist ein kurzes Gedicht mit elf Versen. Die Zahl Elf bedeutet mehr als zwei Handvoll und weniger als ein Dutzend. Sie symbolisiert ein Zuviel und Zuwenig. Sie ist ein Signal für Verrücktheit und närrisches Treiben.

Warum also 10 und nicht 11 im ganzseitigen FAZ-Artikel? Das elfte fiel heraus, weil der Platz auf der Seite fehlte. Die Bilder einfach zu groß. Ralph Dutli war so freundlich, mir das fehlende Glied zu schicken:

Fatrasie 37

Ein Hund mit abgezogenem Fell
hatte sein Kleidchen hochgerafft,
um Klöster zu säen,
und ein abgenutzter Kamm
wurde deswegen sehr wütend
und stürzte sich ins Meer.
So laut begannen Hühner
mit vier Füßen zu schwatzen,
dass sie ein Wildschwein fingen;
mit einem vollen Topf Honigwein
machten sie den Esel fliegen.

Den FAZ-Artikel kann man auf Dutlis Seite nachlesen. Das Buch erscheint im August bei Wallstein.

Dutli, Ralph
Fatrasien
Absurde Poesie des Mittelalters
Einleitung von Dutli, Ralph
Verlag : Wallstein
ISBN : 978-3-8353-0774-2

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