145. Rausch und Literatur

Ich glaube eben nicht, dass man während des Rausches schreibt. Es gibt Ausnahmen. Also zum Beispiel der berühmte französische Dichter Henri Michaux hat im Peyote-Rausch automatisch Texte geschrieben. Es gibt auch andere Beispiele, die das versucht haben. Nur ist das eher sozusagen aus der surrealistischen Periode der Écriture automatique, dass man versucht hat, was kommt eigentlich raus, wenn man die Barrieren des Bewusstseins niederreißt und sich im Rausch befindet.

… einer der berühmtesten Fälle ist natürlich immer Dylan Thomas, der ein wirklicher Alkoholiker war, also ein Kranker, ein krankhafter Trinker, der aber dann, wenn er gesoffen hat, tatsächlich so etwas Dionysisches kriegte, und seine unerhörten Metaphern sozusagen sind auch dem Rausch geschuldet.

/ Michael Krüger im Gespräch mit Jürgen König, DLR 29.1.

4 Comments on “145. Rausch und Literatur

  1. noch was vergessen: krüger erwähnt u.a. gar nicht, daß es auch vorkommt, daß „man“ NACH einem inspirationsrausch drogen GEGEN die „droge literatur“ konsumiert, um wieder vom flash RUNTER zu kommen, also zur ausnüchterung vom schreibakt! so gings mir bei der erwähnten „letzten runde“: am 12.12.1994 schrieb ich mittags mein erstes E.S.-Beispiel („WIEDERGEBORENE“) und hing dann am selben abend -noch immer „sternchen sehend“- am subbido-tresen, um von der ERLEBTEN EKSTASE, die zur E.S.-entdeckung geführt hatte, wieder runterzukommen: hefe(Wu)Wei-ZEN erdet, macht den körper schwer und ruhig und die gedanken stoisch genug, um den panisierten geist zu ertragen, dem sich die gesamte „legendäre lage“ jeder ECHTEN lebenssekunde (historischer abriss, gegenwärtig fatale situation und zukünftige bedeutung/einbettung/handhabung) in einer synästhetisch-visionär ÜBERKLAREN verfassung aufgedröselt hatte – also ein bißchen oberflächliche einlullung, damit die sicherungen nicht kOMplett irreversibel durchbrennen. sogesehen läßt sich sagen: nicht drogen sondern LYRIK IST LEBENSGEFÄHRLICH!!!! heute benutze ich zur abheilung, besänftigung, linderung meiner schreibsymptome (kleinseelenzerfraß/-auflösung) andere methoden wie z.b. taijiquan, riesenleinwandkino und pathetische spaziergänge zur „sammlung der ich-fetZen“, um das durch den schreibakt zerstörte virtuelle nervenkostüm wieder zurecht zu schneidern… das SEELENSURROGAT „persönlichkeit“ (personale ebene) wieder herzustellen… warum ich das so detailliert erwähne? um deutlich zu machen, daß es viele formen von UNTERHALTUNG gibt, die zur ablenkung vom INNEREN permarausch dienen! alkohol berauscht dann nicht sondern lenkt ab vom (inneren) rausch, um zwischendurch eine verschnaufpause vom schreibfluss zu ermöglichen! wetten, ich bin nicht der einzige dichter, der das SO erlebt!!!?!!!

    http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendId=483273196&blogId=508124729

    = Ecstatic Example: „LETZTE RUNDE“ (poem: 1994, song: 1998, on CD „freies fleisch“ 1999)
    Tom de Toys, 12./13.12.1994, 21.TSZ, inspired by Astor Piazzolla
    (written totally drunk in my favorite Cologne bar „Subbido“)

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  2. P.P.S. ups, ich hab gelogen, fällt mir grad ein! es gibt noch ein ZWEITES gedicht von mir im totalsuff: „LETZTE RUNDE“, das „man“ auf meiner DR2-bandseite anhören kann, ich singe es regelrecht (darf das singen genannt sein? keine ahnung), und der titel kommt ja nicht von ungefähr 🙂 das war damals in meiner köln-ehrenfelder stammkneipe „Subbido“ auf der subbelratherstraße, und es lief ASTOR PIAZZOLLA als rausschmeißer-soing. und schwups, glitt mir beim x-ten hefeweizen der text aus den glitschigen synapsen. und schlecht is der weiß gott nicht! hat sogar hyperaktualität dank des neuen bruce willis films „SURROGATES“, ha! mein refrain: „körpermenschen sind wir!“ NO SURROGATE AT ALL !!! NO! NO! NO! we live in our space-ship called „body“ til the end, yeah!!!!

    http://www.myspace.com/dasrilkeradikal

    (ne ne, ich bin in DIESEM augenblick NICHT besoffen, ganz im gegenteil, hatte noch nichtmal mein gläschen rotwein im fnk heute, und dafür ists jetz zu spät. gute nacht – higgs higgs)

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  3. P.S. übrigens find ichs ne unverschämt dümmliche pauschalisiererei vom krüger, zu behaupten, „DER“ schriftsteller: „der Schriftsteller jemand ist, der den Rausch braucht, um bestimmte innere Widerstände abzubauen.“ – will er unbedingt der für blöd verkauften hörerschaft weismachen, daß ALLE schriftsteller gleich ticken und es keine andere methode gäbe, sogenannte angebliche „innere blockaden“ abzubauen? ha! ich wär froh, wenn ich mal 1 einzige blockade HÄTTE (zigarettenrauchen hilft mir manchmal, um absichtlich NICHT vom inspirationsrausch weggebeamt zu werden!), obwohl er doch danach irgendwie versucht, diese pauschale selbst zu revidieren? im grunde labert er nur rum und gibt ständig zu, eigentlich gar nicht konkret zu wissen, wie es sich bei wem verhällt. und sowas inkompetentes darf ins radio, ich fasse es nicht!!! und dann diese haarsträubende MAN-aussage „Irgendwann ist man, wenn man viel trinkt, natürlich besoffen, und dann kann man gar nicht mehr schreiben.“ hallo? mein eigenes beispielgedicht habe ich erst niedergeschrieben, als ich STURZBESOFFEN war!!!!!!!!!!!!! denn ich kann in KEINEM bewußtseinszustand verhindern, ob/daß ein gedicht „kommt“, wenn es denn kommen will, und es kommt von SEINER eigenen ANDEREN ÜBERKLAREN ebene, völlig unabhängig davon, wie bewußt, aufmerksam, klar etc mein rest-ich dafür sorgen kann, daß es die erde korrekt erreicht!! leute, glaubt nicht, was verleger sagen! glaubt nichts, nur weils im kukucksradio läuft. warum reg ich ausgerechnet ich mich eigentlich darüber auf? es dürfte inzwischen bekannt genug sein, daß gerade MEIN werk NICHT unter a-einfluß entstand, außer dieser ausnahme, aber bin bereit, gegen JEDE lüge und jedes pauschalblabla anzugehen, auch wenn die jeweilige wahrheit nicht meinem persönlichen ansatz entspricht. daher sage ich: HOCH LEBE DER ALKOHOL! ach ja, Alan Watts hat auch wie ein loch gesoffen und „trotzdem“ die kristallklarsten analysen über den kollektiven wahn geschrieben 🙂 und sein bestseller „KOSMOLOGIE DER FREUDE“ ist sogar während des konsums von LSD entstanden, als gut vorbereitetes selbstexperiment (was ja bei LSD zwingend ist, um sich nicht selbst in die hölle zu katapultieren), als vorsätzliche DOKUMENTATION DES RAUSCHES – und Watts war KEIN surrealist!!! blubb blubb…

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  4. lieber michael, als du meinen privaten fakebook-comment an dich persönlich eigenmächtig zu einem offiziösen L&POe-ticker ausgebaut hast (14.10.09 nr.79 „P“), hab ich das schmunzelnd hingenommen, obwohl es nicht in meinem sinne war, denn es war tatsächlich NUR eine private message nur für dich in deinem fb-profil! ich hätte für rechs poem gerne seriöser werbung gemacht anstatt so frech, wie ich gern in EIGENER sache bin. ich unterscheide da schon ein bißchen, ob ich meinem eigenen image schade oder für meine geliebten kollegen werbe… und nun hast du die alkohol-meldung in stinknormal langweiliger manier dargestellt anstatt meinen OFFIZIELLEN fb-beitrag als ticker zu übernehmen. das versteh ich nun gar nicht. einerseits so, andrerseits so… nun denn, du wirst deine gründe haben. ich erlaube mir trotzdem an dieser stelle nochmals auf meinen beitrag hinzuweisen, denn wenn du schon fakebook die unverdiente ehre erweist mit einer dortigen L&POe-gruppe (FAKEBOOK GEHÖRT DEFINITIV WEGGEHACKT!!!), dann laß sie nicht verstauben. oder schaff sie wieder ab, wenn dort eh keine updates betrieben werden sollen/düfen. bis jetzt ist die gruppe ja so definiert, daß mitglieder diskussionsbeiträge eintragen können. der admin kann die einstellungen aber auch so verändern, daß nur er sowas darf. ich bin jedenfalls nun ein bißchen verunsichert, ob du ticker NUR per email empfängst? ich hatte halt keine zeit zum mailen, war sowieso kurz auf fb, als das radio lief, und es mußte schnell gehen – und mein surfstick ist katastrophal lahm… also, es war als ein gefallen gedacht. scheint aber nicht gefallen zu haben :-)(

    http://www.facebook.com/topic.php?uid=219349750017&topic=86941

    Tom hat geschrieben
    am 29. Januar 2010 um 04:21

    LITERATUR DANK ALKOHOL? EIN DOPPELTER… ALTER HUT!
    Widerlegung der Hanser-Hypothese eines ansonsten Abstinenten
    (…)

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