51. Ror Wolfs kurzzeitige, heftige Popularität

Ror Wolfs bisheriges Gesamtwerk umfasst mehr als zwanzig Bücher – von den großen Prosawerken „Die Gefährlichkeit der großen Ebene“ und „Nachrichten aus der bewohnten Welt“ über die balladeske und reimschöne Lyrik von „Hans Waldmanns Abenteuern“ und „Pfeifers Reisen“ bis hin zu den Kurzprosastücken, die an Hebels Kalendergeschichten erinnern – ein Vergleich, der Ror Wolf gut gefällt. Eckhard Henscheid hat im Falle Ror Wolfs von der Verwunderung dessen gesprochen, „der immer mal wieder vom Mond auf die Erde gefallen ist und nach ersten Worten sucht“. Und für die Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer ist Wolf sowieso „einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart“.

Und doch ist dieser bis heute immens produktive Schriftsteller kein Vielgelesener, auch wenn viele seiner Hörspiele regelmäßig gesendet werden. Das heißt, eine Seite gibt es im Wolf’schen Werk Wolf, über die man die Rubrik „Kurzzeitige, heftige Popularität“ schreiben könnte: die Rede ist von seinen Texten über den Fußball – in Collagen, Hörspielen und Gedichten hat Wolf diesen Sport gewissermaßen als Fortsetzung der Wirklichkeit mit anderen Mitteln besungen. Derart zum Beispiel: „Ein Mann, kein Reißer und kein Eisenbeißer; / er spielte hinter Seeler Haller Held; / erschien wie Fantômas im Mittelfeld / und strahlte auf, man nannte ihn: den Kaiser.“ / Hilmar Klute, SZ 2.1.

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