49. Wenzel vertont Hein

Die Inszenierung des Stücks „Die wahre Geschichte des Ah Q“ von Christoph Hein in der Regie von Ekkehard Emig steht in Neustrelitz kurz bevor. Hans Eckardt Wenzel wird das einführende Soiree am kommenden Sonntag mitgestalten. Gespräch im Nordkurier 11.11.:

Sie sprechen von dem Programm „Masken“, das sich stark verkürzt auf die Formel „Wenzel singt Hein“ bringen ließe. Offenbart es mit den Vertonungen vor allem lyrischer Texte einen anderen Christoph Hein?

Wenzel: Nicht einen anderen Hein, aber eine andere Seite. In der Lyrik hat Christoph den Charme eines Dilettanten. Seine Texte sind eigensinnig, folgen einer eigenen Logik. Man kann sie schwer auswendig lernen – da baut er mir Fallen. Im Unterschied zur klaren Beobachtung seiner Dramatik und Romane ist die Lyrik stark auf den Klang aus, nimmt Bezüge zur deutschen Romantik. Faszinierend, wie die sich mit der Sachlichkeit verträgt.

Hein: Meine Texte Wenzel anzuvertrauen, war eine Unverschämtheit, mindestens ein Wagnis – er schreibt selbst so tolle Lieder. Aber diese Unverfrorenheit besitzt ein Autor jeden Tag: zu schreiben und es jemandem anzubieten – einem Musiker, einem Verlag, einem Regisseur. Mich packt immer wieder das Staunen, dass sich außer mir selbst noch jemand dafür interessiert. Aber wenn das nicht mehr der Fall ist, kann man den Griffel weglegen.

Soiree am Sonntag um 18 Uhr (Eintritt frei), Premiere am 21. November um 19.30 Uhr im Marstall am Landestheater Neustrelitz.

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