93. Georg Drozdowski

Ein kaum bekannter Dichter der Bukowina soll dem Versinken entrissen werden – der Rimbaud Verlag fügte den in Czernowitz geborenen Georg Drozdowski (1899 – 1987) zu einer größeren Reihe deutsch schreibender Autoren aus diesem Raum. Herausgeberin des jüngst erschienenen Lyrikbandes ist Helga Abret, die bis zum Jahr 2005 als „Professorin für Neuere deutsche Literatur“ an der Universität Metz in Frankreich tätig war. …

Die Erfahrung der unbeschwerten Jugendjahre im Völkergemisch des Balkans samt dem nachfolgenden Grauen – dieses Wechselbad von geistiger Weite und fanatischer Verblendung ließen den Katholiken Drozdowski bis ins hohe Alter nicht zur Ruhe kommen: „Ich spähe nach dir, allein dein Schein überblendet […] Mein Ruf ist verschwendet […] Tu dich doch auf! Oder soll ich genesen, suchend aus mir?“ Er mag auch nicht unterscheiden zwischen (Juden-)Stern und Kreuz, da doch beide schmerzen. So ist in Lehrhaftem der Suchende zu finden, und die Mahnung ist sich des eigenen möglichen Irrtums bewusst.

Drozdowski, ein Unzeitiger, bezeugt in seinen Gedichten nicht nur eigenwilliges Beharren in der Form, er verteidigt seinen Anspruch auf Freiheit gegenüber sich nicht selten überschätzenden Strömungen. / Christa Hagmeyer, literaturkritik.de

Georg Drozdowski: Mit versiegelter Order. Ausgewählte Gedichte 1934 – 1981. 
Herausgegeben von Helga Abret. 
Rimbaud Verlagsgesellschaft, Aachen 2009. 
227 Seiten, 25,00 EUR.
ISBN-13: 9783890865256

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: