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Veröffentlicht am 23. August 2009 von lyrikzeitung
Der Autor Josef Burg ist heute, Montag [9.8.], im Alter von 97 Jahren gestorben. Burg galt als letzter jiddischer Schriftsteller in Czernowitz (Ukraine) und hat seine Erzählungen auf Deutsch und auf Jiddisch verfasst, teilte die Theodor Kramer Gesellschaft in einer Aussendung mit. Burg, der 1997 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet wurde, veröffentlichte zuletzt „Ein Stück trockenes Brot“ (2008).
Josef Burg, geboren am 30.5.1912 in Wischnitz in der Bukowina, veröffentlichte 1934 seine erste Erzählung in den „tschernowizer bleter“, die 1938 zwangseingestellt wurden und von Burg ab 1990 als jiddische Monatszeitschrift wieder herausgegeben werden. / Die Presse 10.8.
In der Sowjetunion, in der es mit Birobidschan im russischen Osten gar eine autonome Provinz gab, in der das Jiddische Amtssprache war und eine jiddische Tageszeitung erschien, existierte bis in die 1990er-Jahre auch Sovietisch Heimland, eine jiddischsprachige literarische Monatszeitschrift, in der neben vielen anderen Autoren auch Josef Burg publizierte. So kann man ihn in drei Kontexten lesen: als Czernowitzer Autor und damit als im weitesten Sinne der Habsburger jüdischen Tradition entstammend; als Wiener Autor der Zwischenkriegszeit, einer Stadt, aus der er nach der Machtübernahme exiliert wurde – weshalb er auch im Lexikon der österreichischen Exilliteratur verzeichnet ist; aber auch als Teil der noch lebendigen jiddischen Literaturtradition der Sowjetunion bzw. ihrer Nachfolgestaaten. / Der Standard 3.2. 2007
Kategorie: Österreich, Jiddisch, UkraineSchlagworte: Czernowitz, Josef Burg
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