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Veröffentlicht am 12. Dezember 2003 von rekalisch
Vom „deutschen Shakespeare“ zum Regionalautor:
Anne-Kristin Mai: Christian Felix Weiße (1726-1804) – Leipziger Literat zwischen Amtshaus, Bühne und Stötteritzer Idyll. Biographische Skizze und Werkauswahl, Sax Verlag, Beucha 2003, 15 Euro
Leipziger Volkszeitung 12.12.03
Hier ein Gedicht – gewiß nicht shakespearisch, aber lesenswert:
An die Muse
Hier nimm die sanfte Leier wieder,
O Muse, die du mir geliehn;
Nun sing ich weiter keine Lieder,
Die von der Jugend Freuden glühn.
Verzeih, wenn ich zu schwach gespielet;
Die Liebe fodert unser Herz;
Das wenigste hab ich gefühlet;
Das meiste sang ich bloß aus Scherz.
Von Waffen und vom Haß umgeben,
Sang ich von Zärtlichkeit und Ruh;
Ich sang vom süßen Saft der Reben,
Und Wasser trank ich oft dazu.
Kömmt einst der goldne Friede wieder,
Fühl ich einst gar der Liebe Glück,
Vielleicht wag ich dann schönre Lieder:
Dann, Muse, gib sie mir zurück.
Seine Biographie im Bautz ist noch nicht online.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Christian Felix Weiße
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