Navid Kermani: Grassierende Islamfeindlichkeit

In den Tagen nach dem 11. September sagte der Dichter Gunter [sic!] Kunert im deutschen Fernsehen, er wolle um Gottes Willen nichts gegen seine türkischen Mitbürger sagen. Doch leider hätten sie nun einmal ein anderes Verhältnis zur Gewalt. „Wenn sie einem Katholiken sagen: ,Geh hin und töte den da!‘, dann wird er das nicht tun. Ein Muslim tut es.“
Der einstige Dissident der DDR, dem die deutsche Literatur einige feinsinnige politische Verse verdankt, begründete seine Warnung vor den Muslimen damit, dass der Islam das Töten nicht verbiete. Insofern stecke natürlich in jedem Türken in Deutschland ein möglicher Mörder oder Terrorist, das könne wegen seiner Religion jederzeit ausbrechen.
Schreibt der Autor und konstatiert ein Jahr später (vielleicht auch etwas pauschal?) eben eine „grassierende Islamfeindlichkeit europäischer Intellektueller“ von Merkur/ FAZ/ taz/ Perlentaucher etc. bis Fallaci./ FR 8.11.02
Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, Publizist und Islamwissenschaftler,ist Long Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Im Jahr 2000 erhielt er den Ernst-Bloch-Förderpreis der Stadt Ludwigshafen. Navid Kermani hat die iranische und deutsche Staatsbürgerschaft und lebt in Köln.
(Informationen von der Homepage des Ammann-Verlages Zürich, wo ein Buch von Kermani über Neil Young erschien.) – Aus einer Rezension:

»Dieser fremde, fast behaviouristische Blick auf das ansonsten enorm Vertraute, die ständige Verschlingung von Geisteswissenschaft (hier eine um das Spezialgebiet persische Lyrik und Mystik erweiterte Literaturwissenschaft) und den intimen, viszeralen Nöten eines Kleinkinds und seiner Familie ergibt diese ganz besondere intellektuelle Beschreibungsschönheit.« ( Diedrich Diederichsen, Der Tagesspiegel )

Navid Kermani
Das Buch der von Neil Young Getöteten
MERIDIANE 39
176 Seiten, Leinen mit Lesebändchen
EUR 17.90 / CHF 30.90
ISBN 3250600393
Noch ein Termin für Neil-Young-Fans:

Am 29. November beginnt auf der Grossen Bühne der Volksbühne um 22.30 Uhr die „Nacht der von Neil Young Getöteten“. Schauspieler lesen aus dem „Buch der von Neil Young Getöteten“ von Navid Kermani und singen (!) Lieder des kanadischen Rockpoeten.

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