Wem gehört Emily Dickinson?

In einem weiteren Artikel erklärt Werner von Koppenfels, warum der Harvard-Verlag seiner erweiterten Neuausgabe einer Textauswahl von 1995 den Abdruck der Originaltexte verweigerte – ein Skandal ersten Ranges:

In jedem Fall ist dieser «Schutz», den ein angesehener Universitätsverlag einer Dichterin von Weltrang exakt 115 Jahre nach ihrem Tod angedeihen lässt, ein denkwürdiges Exempel globaler Wirtschaftslogik in geistigen Dingen. Wenn die Verantwortlichen (was nicht anzunehmen ist) das Werk der dergestalt Beschützten gelesen hätten, wären sie auf das folgende Gedicht gestossen, das den Kasus a priori angemessen glossiert: «Publikation – ist die Auktion / Von Menschengeist – / Rechtfertigt – Armut / Solche Scheusslichkeit? / . . . Gedanken sind des Gebers Gut – / Und darum – verkauft / Ihr Materielles Abbild – nur – / Für Königliche Luft – / Mit vergütet – sei der Makler / Dieser Himmelsgnade – hier darf sich der Übersetzer gemeint fühlen Doch niemals dürft ihr Menschengeist / An Schnöden Preis verraten -» / NZZ 13.7.02

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