Kategorie: Ladino
52. Liste
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Stiftung Lyrik Kabinett präsentieren ihre Lyrik-Empfehlungen des Jahres 2012
Eine Jury aus 11 Lyrikerinnen und Lyrikern, Kritikerinnen und Kritikern hat aus den Neuerscheinungen des Jahres 2012 ihre Empfehlungen deutschsprachiger oder ins Deutsche übersetzter Dichtung ausgewählt.
Der Jury gehören an: Michael Braun, Heinrich Detering, Maria Gazzetti, Harald Hartung, Ursula Haeusgen, Florian Kessler, Michael Krüger, Kristina Maidt-Zinke, Monika Rinck, Daniela Strigl und Jan Wagner.
Die Empfehlungsliste für Lyrik ist Bestandteil der zwischen der Stiftung Lyrik Kabinett und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vereinbarten Kooperation. Ihre Zusammenarbeit wurde 2012 mit der Veranstaltungsreihe „Das Lyrische Quartett“ begründet und hat zum Ziel, die Stimmenvielfalt der gegenwärtigen Poesie stärker ins öffentliche Gespräch zu bringen. Die Empfehlungsliste für Lyrik erscheint jährlich im Januar und bezieht sich jeweils auf Neuerscheinungen des zurückliegenden Jahres. Sie wird auf www.daslyrischequartett.de veröffentlicht. Die Jury ist auf zwei Jahre gewählt.
Unter den 9 von den 11 Juroren genannten Titeln (Derek Walcotts Buch wurde dreimal nominiert) sind 3 deutsche, darunter 2 von Autoren der Gegenwart: Bertram Reinecke und Kerstin Preiwuß.
Empfehlungen
Lyrische Neuerscheinungen des Jahres 2012
(Begründungen der Juroren in der angehängten Pdf)
Michael Braun:
- Derek Walcott: Weiße Reiher. Aus dem Englischen von Werner von Koppenfels. Carl Hanser Verlag 2012.
Heinrich Detering:
- Wolfgang Bächler: Gesammelte Gedichte. Herausgegeben von Katja Bächler und Jürgen Hosemann. Mit einem Nachwort von Albert von Schirnding. S. Fischer Verlag 2012.
Maria Gazzetti:
- Als Gruß zu lesen. Russische Lyrik von 2000 bis 1800. Russisch-deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Felix Philipp Ingold. Dörlemann 2012.
Ursula Haeusgen:
- István Géher: In Jahre gegossene Jahre. Aus dem Ungarischen von Daniella Jancsó und Wolfgang Berends. Wenzendorf, Stadtlichter Presse 2012.
Harald Hartung:
- Derek Walcott: Weiße Reiher. Aus dem Englischen von Werner von Koppenfels. Carl Hanser Verlag 2012.
Florian Kessler:
- Bertram Reinecke: Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst. roughbooks 2012.
Michael Krüger:
- Adam Zagajewski: Unsichtbare Hand. Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. Carl Hanser Verlag 2012.
Kristina Maidt-Zinke:
- Derek Walcott: Weiße Reiher. Aus dem Englischen von Werner von Koppenfels. Carl Hanser Verlag 2012.
Monika Rinck:
- Kerstin Preiwuss: Rede. Gedichte. Suhrkamp 2012.
Daniela Strigl:
- Roberta Dapunt: Nauz. Gedichte und Bilder. Aus dem Ladinischen von Alma Vallazza. Folio 2012.
Jan Wagner:
- Ezra Pound: Die Cantos. In der Übersetzung von Eva Hesse. Ediert und kommentiert von Heinz Ickstadt und Manfred Pfister. Zweisprachige Ausgabe. Arche Verlag 2012.
13. Nizza Thobi
Die Liedermacherin und Gitarristin Nizza Thobi Knüpft einen globalen Faden jüdischer Lebenskultur und präsentiert neben traditionellem Liedgut in Jiddisch, Hebräisch, Ladino / Español, Griechisch und Deutsch auch vertonte Gedichte der Opfer des Nationalsozialismus u.a. Ilse Weber, Petr Ginz, Selma Meerbaum-Eisinger, Jehuda Amichai sowie Lyrik aus dem Mauthausen Kantate mit Texten von Iakovos Kambanellis und Kompositionen von Mikis Theodorakis. Der Albumtitel „Ein Koffer spricht“ ist eine Lyrik der Kinderbuchautorin Ilse Weber (1903-1944), geschrieben in Theresienstadt und von Nizza Thobi vertont. Bilder der Malerin Malva Schalek (1882-1944) bereichern das Booklet. / Der neue Wiesentbote
110. Sephardische und jiddische Musik
Zum siebten Mal veranstalten Caroline von Bismarck und Eliah Sakakushev ein Internationales Kammermusikfestival im Schloss Wonfurt. Unter dem Titel „Jüdische Feste und Weisen“ präsentiert das Paar vom 23. Juni bis 3. Juli sephardische Musik und Lyrik des Mittelalters, hochkarätige Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts, Prosa und Dichtung jüdischer Autorinnen, Lieder des fränkischen Komponisten Jakob Schönberg und Klezmermusik. …
„Der Schwerpunkt liegt auf der Neuentdeckung der Tradition des spanischen (sephardischen) Judentums mit seinen geheimnisvollen Klängen eines goldenen Zeitalters“, so von Bismarck. „Dessen Musik und ihre modernen Interpreten, regionale Komponisten und Stars der klassischen Kammermusik werden in einem einzigartigen Rahmen vorgestellt.“ Die Schirmherrschaft hat Josef Schuster (Würzburg), Vizepräsident des Zentralrates der Juden Deutschlands, übernommen. Die Musik der Juden, schreibt Schuster in seinem Grußwort, sei im Mittelalter in Spanien, dem Sfarad, und dort in Andalusien entstanden. Nach der blutigen Vertreibung der Juden nahmen diese ihre Lieder, in Ladino gesungen, nach Nordafrika, Griechenland und in die Türkei mit.
Das „Jiddische“ wiederum, das die aus Deutschland stammenden Juden sprachen und sangen, sei mit den fliehenden Juden nach Polen und Russland gelangt. So bilde das Festival „Jüdische Feste und Weisen“ das Leben der Juden in vielfältiger Weise ab. / Mainpost