Schlagwort: Angst

Kein Netz. Keine Laternen. Kein Gott.

Neurodermitische Straßen, ein Navigator ohne Netz, Vollmondregeln, Rosettenmeerschweinchen, Großmutter im Pflegeheim und Gastarbeiter, die in schwarzer Erde wühlen: Slata Roschals Gedicht verbindet scheinbar Zusammenhangloses zu einer irritierenden Bestandsaufnahme der Gegenwart.
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dunst

so machen wir
garnrollen aus angst, die
wir durch unsere rippen
ziehen, durch deine und durch
meine, ineinander die fäden
weben
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wer entlässt die angst

wohin gehen die alten ideen
wenn niemand mehr sie denkt?
wer entläßt die angst
ihrer blinden verbote
wer schließt ihre geschlossenen
augen ein für allemal?

Eine Angst mehr, ein zweckloses Gedicht

Aber das ist nur eine Angst mehr,
noch ein zweckloses Gedicht, Vokabeln
für die Prüfungsbögen des Hirns,
das das Herz in Wünschen ertränkt.

Ich sage:

Das bin also ich, wie ich das Land durchquere, es mir erschließe. Und ich trage eine große Lampe an der Stirn, einen Detektor für außergewöhnliche Vorkommnisse vor der Brust, einen Expeditionshut, beige, auf dem Kopf, ich trage meinen Kopf, und gegen das gleißende Weiß, die Schneewehen, gegen die vaskuläre Erschlaffung, den anästhesierten Blick formuliere ich widerspenstige Sätze.